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Der einzige Preis,

der prinzipbedingt in Deutschland ausschließlich patriarchalen Schniedelwutz-Trägern vorbehalten war, war – bis 2013 –  die Einladung zur Schaffermahlzeit. Jetzt dürfen auch Frauen Braunkohl mümmeln.  Seitdem gilt für  alle Preise, Ehrungen und Auszeichnungen in diesem Lande ja glücklicherweise, dass die einzige Bedingung, eine solche Ehre zu erhalten die ist, dass man der Ehre für Wert befunden wird.

Alle?

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Frauenbeauftragten Deutschlands hat nun dankenswerterweise, finanziert von unseren Steuergeldern, eine Liste zusammengetragen mit um die hundert Preisen diverser Städte, Universitäten und Stiftungen, dotiert von Null bis über zehntausend Euro, größtenteils ebenfalls finanziert von unseren Steuergeldern, eine Liste jedenfalls mit Preisen, die ausschließlich solche Menschen erhalten dürfen, die das Glück hatten, nicht mit einem Schniedelwutz geboren zu werden.

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Tischkantenbeißer des Tages

Eigentlich muss man „Baby und Familie“ nicht grundsätzlich hauen. Man muss es auch nicht grundsätzlich kennen. Das ist die Apothekenumschau für Eltern. Apotheker müssen die sozialdruckbedingt abonnieren und ihren Kunden gratis und franko in die Tüte packen, wenn die mit einem Kinderwagen (am besten mit Kind drin) aufkreuzen. Da die geliebte Göttergattin neulich nebst Jungfuchs gleich zwei dieser Heftchen ergatterte (kommt Gattin eigentlich von ergattern?), kam ich um’s Querlesen nicht rum. Erstaunlicherweise sind die recht ungegendermainstreamed, und zwar trotz (oder wegen) komplett weiblicher Redaktion. Eltern kann man halt schwer weismachen, dass kleine Lilifee-Mädchen und kleine Spiderman-Jungs sich nur qua Sozialisation unterscheiden.

Aber an einem Satz bin ich dann doch hängengeblieben. Weil er zeigt, wie sich manche Wertmaßstäbe verschoben zu haben scheinen. Nicht dass die Autorin da bewusst dämlich war. Aber unbewusst. Und das heißt viel mehr.

In der Ausgabe August 2014 geht es um die Frage, ob Kinder mit Spielzeugwaffen spielen dürfen sollen. Dauerbrennerfrage aller Eltern seit 1870/71, damals noch beantwortet mit: Müssen sie gefälligst, für Kaiser und Vaterland! 1968 beantwortet mit HAST-DU-SIE-NOCH-ALLE???, im Heftchen mit: Joa, sollen sie halt, wenn sie wollen. Werden schon was verarbeiten damit. Aber, und jetzt kommts, es darf natürlich

„mit den Waffen niemand verletzt, unterdrückt, oder gar diskriminiert werden.“

Denn Diskriminieren geht heutzutage wirklich sowas von gleich gar nicht!

 

 

 

 

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Dankenswerterweise

hatte mich Professor Günter Buchholz vor einiger Zeit auf eine hier in Bochum stattfindende Veranstaltung „Maskulinismus und Antifeminismus“ aufmerksam gemacht. Ilse Lenz, emeritierte Gender“wissenschaftlerin“ aus Bochum, aus deren „Stall“ Hinrich Rosenbrock mit seiner „Expertise“ über die angeblich so radikale Männerrechtsbewegung stammt, würde über eben diese Antifeministen referieren.

Zwar waren meine Eltern zu Besuch, meine Frau studiumsbedingt eigentlich unterwegs, der Kurzurlaub vor der Tür etcetera. Aber bei solch sich bietender Gelegenheit muss der Meinungsbildungs- und Chronistenpflicht nunmal genüge getan werden.

Kurzfassung für Eilige

Wenn man sich in ein links-autonomes Zentrum begibt und anderer Meinung als das dort erwartungsgemäß vorzufindende Publikum ist, sollte man nicht darauf hoffen, dass irgend etwas wie eine Diskussion zu Stande kommen könnte. Schon gar nicht, wenn nur Feministinnen auf der Bühne sitzen.

Langfassung für Interessierte

Das Setting

Veranstaltet wurde das ganze vom „Notstand eV„, einem Verein, der – so ganz werd ich da nicht schlau – irgendwie linke Bücher bespricht oder vermarktet oder was auch immer und als Adresse lediglich die Adresse der Ruhr-Universität Bochum angibt. Man bewegt sich halt am linken Rand des politischen Spektrums, da ist’s schon besser, wenn keiner so richtig weiß, wo da wer eigentlich für was verantwortlich gemacht werden kann. Die Veranstaltung fand statt in jenen erwähnten Räumlichkeiten, dem hier sogenannten „sozialen Zentrum„, in dem neben dem Notstand eV regelmäßig auch die Rote Hilfe und die sozialistische Deutsche Arbeiterjugend gastieren. Wem die Gesterkamp-Rosenbrock’sche Logik einleuchtet, dass Leute, die der neuen Freiheit mal ein Interview gegeben haben, dewegen grundsätzlich als rechtsextrem einzustufen und als Parias zu behandeln sind, sollte nun auch über die politische Gesinnung der Emerita Lenz im Bilde sein.

Das Soziale Zentrum ist eine ehemalige Gaststätte, das ganze fand in einem Nebenraum statt. 15 (rote) Stühlchen waren aufgestellt, kurz nach offiziellem Veranstaltungsbeginn um 19:00 tummeln sich darauf – mich eingeschlossen – acht Personen. Das Mädel neben mir sagt mir, sie hoffe dass noch ein paar Leute kämen. Sie würde bei „der Ilse“ promovieren, und müsse bestimmt an der Diskussion teilnehmen, wenn sonst keiner was sagen würde. Ich denke mir: Wart mal ab, Du bestausgebildetste Akademikerin. Eine Viertelstunde später sind wir dann so um die 18 Leute im Publikum. (Ein paar – schwarze – Stühle hatten sie noch hereingeschafft, erstaunlich, dass die sowas hatten). Die üblichen Verdächtigen, zwischen 20 und 30 Jahren alt. In der Regel Studenten, Typ Soziologe/Politologe mit Hang zur Antifa. Etwa 60% Frauen, 40% Männer.  Unter letzteren ein oder zwei mitgeschleppte Freunde. Ein (Fast-)Punk. Ein paar Mädels kommen schon recht lesbisch daher, ein paar Jungs ein bisserl schwul, aber der Christopher-Street-Day ist’s nicht. Allgemein bevorzugtes Getränk: Club-Mate. Bochum ist halt immer ein bisserl Provinz, da macht man nichts.

Auf dem „Podium“, bestehend aus zwei Tischen vorne vor einer Beamer-Leinwand, drei Personen: Erstens Ilse Lenz, emeritierte Professorin für „Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht“ an der Ruhruniversität Bochum. Typ: außen tüddelige Großmutter, innen eisenharte Feministin und Genderistin. Zweitens Moritz Straub, Student und Hiwi am Lehrstuhl von Frau Lenz. Typ: Student und Hiwi am Lehrstuhl von Frau Lenz. Und auf dem Podium ganz links, von meiner Warte aus also am rechten Ende sitzend, eine Person, die sich selbst nicht namentlich vorstellte, sondern nur sagte, dass sie vom Notstand eV sei. Ich vermute, sie wollte wohl gerne als intelligente weibl_ich_x* Person jugendlichen Alters gelesen worden sein. (Meiner hegemonialmännlichen Sozialisation ist leider zu verdanken, dass ich ein schlechter Menschenleser wurde. So las ich sie leider nicht, wie sie wünschte gelesen zu worden sein, und freute mich in stattdessen darauf, nun den Abend über ein ausgesprochen typisches Exemplar einer noch ganz ausgewachsenen gallina spastica in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten.)

Erwähnte Person trotz allem weiblich gelesenen Geschlechts eröffnet also sehr ct die Veranstaltung: Der Notstand eV habe Frau Lenz angesprochen, diese habe dankenswerter Weise für diese Veranstaltung zur Verfügung gestanden. Und sie habe auch noch Moritz Straub dabei, der über Männlichkeit referieren werde. Das ganze würde etwa eine halbe Stunde dauern, danach freue sie sich auf eine anregende Diskussion. Sie hilft Frau Lenz dabei, in ihrem Powerpoint den Menüeintrag „Bildschirmpräsentation starten“ zu finden.

Inputreferate oder: Ilse Lenz macht Propaganda

Ilse Lenz begann ihr Referat mit einem Zitat, dass sie einer „extrem antifeminstischen“ Webseite entnommen habe. Lila Pudel sollten, so die Webseite, so Lenz, doch mindestens 10 Jahre ins Arbeitslager gesteckt werden, wenn „wir“ an der Macht seien. Nun, ich bezweifle nicht einmal, dass man solche Seiten und solche Äußerungen findet. Ich hätte nur von einer Wissenschaftlerin erwartet, dass sie angibt, wo genau die Äußerung denn nun zu finden ist. Naja, Frau Lenz. Warten Sie, ich mach das mal eben. Na klar, gelbes Forum.

„Sie kriegen die Stimmung mit“, meint Lenz, und beweist einmal mehr, wie wenig sie die Stimmung mitbekommen hat. Es wundert auch nicht: Zunächst weist sie auf das Rosenbrock-Pamphlet hin, das die Antifeministenszene eingehend untersucht habe und das sie intensiv(!) mitbetreut habe. Sie zeigt einen Screenshot des Blättchens, das sie vor Beginn der Veranstaltung mit „Rosenbrock Böll“ gegoogelt hat. Sie weist auf ihr neues Buch „die neue Frauenbewegung in Deustschland“ hin und zeigt ein Bild, das sie vor Beginn der Veranstaltung mit „Lenz die neue frauenbewegung landeszentrale“ gegoogelt hat. Mein Eindruck an dieser Stelle: Diese Frau hat von Computern im Allgemeinen und vom Internet im Besonderen genau so viel Ahnung wie der Papst vom Kinderkriegen. Was immer ihr ihre Zuträger im Mittelbau und unter ihren Studis erzählen: Sie muss, sie wird es glauben.

Sie zitiert – wiederum ohne genaue Quellenangabe – einen Absatz 9 des „Programms“ der IGAF, der die „Abschaffung des Genderismus“ fordere. (Auf die Schnelle finde ich übrigens kein entsprechendes „Programm“. Keine Ahnung, was sie genau sie da gesehen haben will). Ganz schlimm seien solche Angriffe auf die Demokratie. „Stellen sie sich vor“, sagt sie, „wenn es nach den Antifeministinnen ginge, dann gäbe es keinen Studiengang Genderwissenschaften in Bochum“. Hoi, denke ich mir. Wenigstens den Punkt hat sie richtig verstanden.

Angriffe gegen die Genderwissenschaften seien Angriffe gegen die Wissenschaftsfreiheit seien Angriffe gegen die Demokratie. Liebe Frau Lenz, nochmal als Nachhilfe: Wissenschaftsfreiheit heißt, dass Sie forschen dürfen, an was sie wollen. Wissenschaftsfreiheit heißt auch, dass andere Wissenschaftler das, was Sie und ihre geschätzten 250 Kolleginnen so „forschen“, als haltlosen Mumpitz entlarven dürfen. Und sinnvolle Hochulpolitik machen heißt, dass wir Bürger haltlosen Mumpitz nicht länger aus unsere Steuermitteln bezahlt wissen wollen.

Ganz eindeutig sei auch der Zusammenhang zwischen Rassissmus und Sexismus.

Insbesondere wehrten sich die Antifeministen gegen Gender-Mainstreaming als Erfindung des Feminismus. Was zeigen würde, dass sie überhaupt keine Ahnung hätten, weil Gender-Mainstreaming würde ja die dichotomischen Geschlechtsunterschiede betonen statt Gender und die meisten wahren Schottinnen Feministinnen würden Gender-Mainstreaming vehement ablehnen. Und es sei überhaupt nicht einzusehen, warum Männerrechtler etwas gegen Frauenquoten hätten, schließlich hieße ja auch eine Frauenquote, dass immer zuerst die Qualifikation und erst dann das Geschlecht berücksichtigt würde.  (Kein Witz. Das Lenz’sche „Ich finde Gender-Mainstreaming doof weil geschlechtsteilfixiert“ und ihr „Ich finde Frauenquoten super“ kam innerhalb von dreißig Sekunden nacheinander).

 

Danach folgen Einlassungen von Moritz Straub, denen ich ehrlich gesagt nicht folgen konnte. Es ging irgendwie um Männer und Körper und Praxen. Frauen seien bis in 18. Jh als defizitäre Männer wahrgenommen worden und deshalb nicht als das andere Geschlecht, also ist die Einteilung der Menschen in Männer und Frauen erst eine Erfindung der Neuzeit, vorher hätte es das nicht gegeben. Ein dünner Mann hätte einen größeren Unterschied, als, sagen wir mal, zu einer dicken Frau. Sic. Der Mann sei in der Krise, und Connell habe gesagt, die Männer würde mit dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit darauf antworten. Stilisierte Strichmännchen mit Penis und Brüsten würden ja als Männer wahrgenommen.

Sein ganzer Duktus war der eines Menschen, dem man anmerkte, dass er zwar einiges gelesen, aber erstens selbst nicht verstanden hatte, was er eigentlich gelesen hatte, zweitens nicht wusste, was er davon halte sollte und drittens nicht, was er nun eigentlich erzählen wollte. Ich hoffe sehr, dass die Veranstaltung für ihn als Teil seiner Ausbildung gedacht war, als ein „Du kommst da jetzt mit, Du musst mal reden üben“. Ja. Muss er. Ein Referat war das nicht. Wissenschaft erst recht nicht.

Danach wieder Ilse Lenz mit weiteren anektodischen Anmerkungen über „die Antifeministen“. Sie würden der Demokratie schaden. Sie hätte da eine Äußerung auf einer Väterrechtsseite gesehen wo gefordert worden sei, dass Frauen keine Richterinnen in Familienrechtsstreitigkeiten seien dürften, weil sie voreingenommen sein. Quellenangabe natürlich keine. (War vermutlich auch wieder die IGAF.) Es ginge auch garnicht darum, Frauen nur aus der Macht zurückzudrängen, nein, sie sollten vielmehr aus der Öffentlichkeit wieder verschwinden.

Aber die Antifeministen seien ja eh ein Scheinriese. Würden nur laut sein aber nichts bewirken, die Schweizer IGAF hätte kürzlich ja auch ihre Veranstaltungen eingestellt, so schwach seien die. Es gäbe (noch) keinen Grund, vor den Antifeminsten Angst zu haben, dem Feminismus würden die nicht wirklich gefährlich.

Hoppla, denke ich. Hat die feministische Szene etwa langsam Angst? Was Lenz natürlich nicht sagt: Der Scheinriese Herr Tutur ist nicht nur nicht böse, er ist ein richtig lieber netter Herr. Etwas, das Lenz und ihr Publikum jedoch nie feststellen werden. Sie haben zu viel Marcuse gelesen, und halten von Leuten, die ihnen gefährlich scheinen, gebührenden Abstand. Was der ganze Abend mehr als deutlich zeigt.

Lenz erwähnt, dass die Veranstaltung auch von den Antifeministen „beworben“ wurde. Sie fände es sehr schön, wenn Leute, die eben dieser Einladung gefolgt seien, sich in der anschließenden Diskussion bemerkbar machen würden, und ob denn welche hier seien. Meine Hand geht hoch und die Kinnladen im Publikum runter. Mit Ungläubigen im Gottesdienst hatte man nicht gerechnet.

Ich habe übrigens nochmal nachgesehen. „Beworben“ wurde die Veranstaltung von Arne Hoffmann auf genderama, von Roslin im Manndat-Forum und von Herrn Buchholz auf den Seiten der Frankfurter Erklärung. Die Maulhelden im gelben Forum hatten meines Wissens nichts. Also: Zumindest einer von den dreien gehört laut Ilse Lenz zu den Bösen. Streitet Euch! 🙂

Dann muss sie ihn natürlich aus der Mottenkiste holen: Breivik. Auch der habe ja antifeministische Thesen verbreitet. Man sieht, wo das hinführen könne. Interessanterweise wurde Elliot Rodger nicht ein einziges Mal erwähnt. Obwohl dessen Amoklauf doch eine Steilvorlage zum Einstieg gewesen wäre. Aber vermutlich hat sich Lenz die Woche vor dem „Vortrag“ nur mit ihrem Umzug beschäftigt, und wenn ihr dann ihre Zuträger nichts stecken, kriegt sie’s halt auch nicht mit.

Danach nochmal Straub. Die erwähnte Diskussionsleiterin hatte schon im ersten Teil seines Referates ein paar mal die Augen verdreht, als er sich all zu sehr verschwurbelte, und sich wahrscheinlich in Gedanken ein „Oh Gott, was für ein Langweiler“ geseufzt. Und jetzt will der noch weiter reden. Und überzieht ohne Ende (eine halbe Stunde Vortrag war angesetzt, mittlerweile waren 45 Minuten vorbei.). Wie sagt man politisch korrekt „Hör auf zu schwurbeln?“ Dann fällt Ihr die Lösung ein: „Wenn Du das ganze mal ein bisschen praktisch auf die linke Szene beziehen könntest, eher nicht so viel Theorie“. Aha. Da sitzen zwar mindestens 90% Studentinnen und Studenten (nicht: Studierende) im Publikum, aber bitte keine Theorie. In dem Fall aber verständlich, weil von Theorie war eh weit und breit nichts zu sehen auf dieser Veranstaltung. Saßen ja auch vorwiegend Soziologen im Publikum. Über Theorien nachdenken können die nicht wirklich, die wollen meinen.

Straub wird also praktisch. Er habe da Interviews geführt mit Leuten, die beim schwarzen Block mitmachen würden. Und man solle doch mal drauf achten, wie viel da nicht gendergerecht sei. Ja, es sei schon so, der schwarze Block sei stark quotiert, da seien immer 50% Frauen dabei (geneigter Leser, wusstest Du das? Ich nicht!) Aber das würde man gar nicht sehen, weil ja alle schwarz uniformiert wären und damit männlich aggressiv konnotiert (Aha. Darum.). Und dann, wenn es hart auf hart geht, und die Polizei „angreifen“ würde (er sagte das ohne Anführungszeichen), dann, das hätten ihm viele gesagt, dann würden sich die Männer im Block schützend vor die Frauen stellen. Das halbe Publikum nickt wissend. Ja, die kennen das wohl auch so. Und deshalb, so Straub, sollten die Linken im schwarzen Block doch mal dieses hegemonial männliche Verhalten vielleicht überdenken. Autsch.

„Kontroverse Diskussion“ ist dann, wenn alle einer Meinung sind

Gut, so viel zu den Vorträgen, sagt die Notstands-eV-Tante. Wir kommen zur Diskussion. Fragen bitte.

Die erste Frage kommt von zwei Reihen hinter mir zu den Lila Pudeln. Wer das denn sei und so und nochmal die Folie bitte. Ja, das sei so, man würde da den Gegner ja zum Tier degradieren, sagt Lenz.

Dann darf tatsächlich ich was sagen (ich habe versucht, meine Fragen aus dem Gedächtnis möglichst im Wortlaut wieder zu geben).

Ich zitiere zunächst einen Satz, den wenige Minuten vorher Straub im Zusammenhang mit Männerrechtlern brachte: Diese würden, wenn sie Feminsmus kritisieren sich immer das Extremste im Feminsmus raussuchen und sich daran aufhängen. (Solanas/SCUM hat er nicht erwähnt, aber ich vermute mal, dass die, die er zitierte, sich auf jenes Pamphlet bezogen). Also weise ich Frau Lenz auf die oben erwähnte erste Folie hin, die sie „zur Einstimmung in das Thema“ brachte.

Ich fahre fort mit: „Aber das nur als Einstieg. Frau Lenz, sind sie der Meinung, dass Herr Rosenbrock, auf den Sie sich ja hier so bezogen haben und dessen Arbeit sie ja mitbetreut haben, wissenschaftlich valide  Die Denkweisen, Netzwerke und Online-Mobilisierung sogenannter Männerrechtler“ erforscht hat und festgestellt hat, dass sie mit „Hasssprache und -propaganda („Hate Speech“) … gegen Gleichstellung von Frauen, Emanzipation und Feminismus vor[geht], besonders im Internet.“, wie das die Pressemitteilung der RUB bezüglich dieser Arbeit verlauten ließ?“

Ilse Lenz windet sich ein bisschen. Dumm ist sie schließlich nicht. Als Betreuerin der Arbeit kann sie schlecht zugeben, komplett unwissenschaftlichen Murks betreut, gut benotet und auch noch an die Heinrich-Böll-Stiftung als „Expertise“ verhökert zu haben. Aber – da bin ich mir sicher – sie weiß, dass diese Arbeit Murks ist. Sie hat die Arbeit durchgewunken, weil sie vom Thema eh keine Ahnung hat (ihres ist deutsche und japanische Frauenbewegung), und bei den Geisteswissenschaften ja inzwischen jeder einen guten oder sehr guten Abschluss zu kriegen hat, egal wie wenig Geist da vorzufinden ist. Bei den Genders erst recht, sofern das Thema ins Weltbild passt. Also zieht sie sich auf die Rechtfertigungsschiene zurück, auf die schon die Böll-Stiftung im Vorwort zur zweiten Auflage zurückgegriffen hat: Rosenbrock „habe einen Methodenteil“, in dem er dezidiert beschriebe, wie er zu seinen Ergebnissen gekommen sei.

Zu blöd, dass ich den Methodenteil in Vorbereitung auf die Veranstaltung gelesen habe. Ich glaube, das ist ein Fehler, den Leute wie Lenz leicht machen: Sie glauben gar nicht mehr, dass irgendwer tatsächlich den Schmarrn kritisch liest, den sie so verzapfen. Ich versuche eine Rückfrage: „Entschuldigung Frau Lenz, aber nochmal: Sind sie der Meinung, dass diese Methoden geeignet sind, wissenschaftlich die „Denkweisen und Netzwerke“ zu erforschen und zum Schluss zu kommen, dass die Antifeministische Männerrechtsbewegung mit „Hasssprache und -propaganda „…

Weiter komme ich nicht. Die Moderatorin greift ein: „Du hast Deine Frage gestellt, die Frage wurde beantwortet! Wir halten hier keine Referate!“. Ich versuche es nochmal „Nein, die Frage wurde nicht beantwortet, darf ich…“ – „NEIN!“. Gemurmel hinter mir. Jemand ruft „Das ist hegemoniale Mackersprache, halt’s Maul!“ Ich: „Moment, darf ich diese Methoden von Herrn Rosenbrock bitte einmal hinterfragen in Bezug auf…“

Darauf das Redeleitungsmädel – und dieser Satz sagt eigentlich alles über diese Veranstaltung:

„Wir führen hier keine Dialoge“

Genau das.

„Wir freuen uns auf eine kontroverse Diskussion mit euch“, schreiben sie in ihrer Einladung. Aber wir führen keine Dialoge. Kontroverse schon gar nicht. Gegenmeinungen in mehr als 140 Zeichen zu formulieren geht schon gar nicht, Referate halten „wir“ ja auch nicht. Wo kämen wir da hin, wenn wir andere Meinungen anhören müssten!

Von den Studenten kommen bestenfalls Befindlichkeitsmeinungen. Verzeiht, ich habe sie nicht mitgeschrieben, es war durch die Bank belangloses Gefasel. Man sagte seine Meinung, und auf dem Podium wurde genickt. Wo man sich wenn man sich für alternative Männermodelle interessiere hinwenden könne. Zum Bundesforum Männer.

Ich schaffe es trotzdem noch anzumerken, dass Rosenbrocks Methode darin bestand, auszuzählen, wie oft Männerrechtler bei zeit online, Spiegel etc. geschrieben hätten. Nicht analysiert habe er, was sie geschrieben hätten, nur dass sie irgend etwas geschrieben hätten. Lenz ringt sich noch ein „nein, nicht alle Männerrechtler sind rechtsextrem“ ab und verweist auf Rosenbrocks in jeder Hinsicht merkwürdige Tabelle auf S. 22 (bei der Männerrechtler wahlweise homophob, biologisch-männlich-dominant, evangelikal-rechtskirchlich, rechtspopulistisch oder extrem-rechts sind, nie jedoch links, humanistisch, erzdemokratisch oder von der katholischen Soziallehre oder dem Pickup beeinflusst).

Lenz erzählt was von Männerrechtlern, die die Tatsachen verdrehen würden und behauptet hätten, ein Mann könne jederzeit seiner Wohnung verwiesen werden, wenn seine Frau es nur geschickt anstelle. Das ginge gar nicht, das ginge immer nur mit Gerichtsverfahren. Ich versuche mutig einen Zwischenruf: Das sei nicht wahr, es gäbe…“ … „Du hast hier schon genug geredet!“ – „… Es gäbe…“ – “ sei still!“ – “ Es gäbe die Wegweisung!“. „Hau halt ab“, rufts von hinten. Nun kann Lenz sich aber doch nicht als offene Lügnerin hinstellen lassen und muss antworten: Jaja, klar, Wegweisung gäbe es, aber dagegen könne man dann ja im Nachgang klagen. War’s nicht genau das, was die Männerrechtler so tatsachenverdrehend behauptet haben? Interessiert nicht. Keine Nachfrage gestattet.

Ich will etwas zu Straubs letztem Punkt sagen. Melde mich, brav wie ich bin. Zwei vor mir, belanglose Fragen. Ich bin dran. Hinter mir meldet sich ein Mädel. Das Diskussionstöterin auf dem Podium deutet über mich drüber: „Wir haben hier eine quotierte Rednerliste. Du bist dran“. Hm, wie praktisch, dass wir von der quotierten Rednerliste jetzt zum ersten Mal erfahren. Und von ihrer prompten Anwendung, nachdem vorher die Redebeiträge etwa 48/48 zwischen Männlein und Weiblein doch so ungleich verteilt waren (ich konzidiere, dass da 4% ich-weiß-nicht-so-richtigs dabei waren).

Das Mädel hinter mir hat auch nichts zu sagen, redet aber trotzdem eine Weile.

Ich melde mich brav weiter. Melden ist cool. Ich fühle mich glatt dreißig Jahre jünger.

Es ist zehn vor neun. Bis neun ist die Veranstaltung angesetzt. Hinter mir schweigts.

Vom Podium: „Da es keine weiteren Fragen gibt, beschließen wir die Veranstaltung. Da wir ein selbstverwaltetes Zentrum sind, wär’s nett, wenn ihr die Stühle da hinten zusammenstellt.“

Ich mache mir noch ein paar Notizen und gehe zum Podium. Ich hatte eine Frage für Straub, bei Lenz ist Hopfen und Malz eh verloren. Wenn nicht cora publico, dann halt Auge in Auge. Das Meinungsmeuchelmädel auf dem Podium springt auf und macht die Gouvernante. Was ich wolle. Wehe Du fasst das Wauwauchen an. Ich ignoriere sie. Lenz wandert inzwischen von dannen, mich keines Blickes würdigend.

„Herr Straub, wenn im schwarzen Block, von dem man nun nicht behaupten kann, dass er besonders konservativ sozialisiert ist, bei dem eine stark feministische Grundhaltung existiert, wie sie selber festgestellt haben: Wenn in einem solchen Block in einer Extremsituation, in der die Instinkte die Steuerung übernehmen,  die Männer sich schützend vor die Frauen stellen, meinen Sie nicht, dass das auch biologisch disponiert sein könnte? Meinen Sie nicht, das könnte ein Anlass sein, die eigene Theorie vom sozialen Konstruiertsein jedweden Verhaltens zu überdenken?“

Ich hoffe sehr, dass Herr Straub beim Lehrstuhl für Genderforschung in Bochum bleibt, und noch eine Arbeit veröffentlicht, die das Auftreten dieses Phänomens im schwarzen Block wissenschaftlich zitabel in die Literatur eingehen lässt. Wir könnten dem norwegischen Gender Equality Paradoxon ein zweites hinzu fügen.

 

Ende für Leihbüchereien

Aber vielleicht wird doch noch ein Wissenschaftler aus ihm.

 

 

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Tischkantenbeißer des Tages

Warnung auf der Käseverpackung: Allergikerhinweis: Enthält Milch.

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We

don’t need no education
we don’t need no thought control

Wie viele von denen, die heute lautstark fordern, im Auftrag von Schule nicht Erziehung, sondern Umerziehung zu sehen, haben damals da eigentlich laut mitgesungen?

Teacher! Leave them kids alone!

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Warum ich die Petition unterschrieben habe

Zugegeben. Die bei openPetition eingestellte Online-Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen. Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens“ ist kein Text, dem eine überaus liberale Gesinnung aus den Poren rinnt. Kein Wunder, kommt sie doch aus einer erzreligiösen Ecke.

Während ich den Forderungen der Petition vorbehaltlos zustimmen kann, kann ich nicht umhin zur Kenntnis zu nehmen, dass die Begründung dieser Forderungen mehr als unterschwellig homophob daher kommt.

Und so verwundern auch nicht die Webseiten, von denen sich die Petition die Besucher anzieht, und auch nicht die Kommentare, die die die Besucher hinterlassen.

Und mit sowas soll man sich gemein machen? Ich habe mich – zumindest diesmal – dafür entschieden. Manchmal muss man es mit der amerikanischen Methode halten: Der Feind Deines Feindes ist Dein Freund. Und wenn es die Taliban sind. Immerhin geht’s gegen die Kommunisten.

Schade, dass die Begründung der Petition so dämlich daher kommt. Denn so lange solche Petitionen so begründet werden, ist es in der Tat sinnvoll und richtig, auch in der Schule den Kindern eine helfende Hand zu reichen, die dabei sind ihre sexuelle Identität am anderen Ufer zu verorten, und in ihren Elternhäusern auf Ablehnung stoßen. Gegen die Aufnahme eines Abschnitts in den Bildungsplan, der als Ziel die Findung einer sexuellen Identität hat, mit der sich die Jugendlichen wohl fühlen, egal ob Hetero-Männlein, hetero-Weiblein, schwul, lesbisch, bi, tri oder was auch immer, wäre also nichts einzuwenden. Mädchen zu unterstützen, Frau zu werden, ohne magersüchtig zu werden. Jungs zu helfen, Männer zu werden, ohne den Angebermacker zu spielen. Homosexuell veranlagten zu helfen, die Homosexualität als ihre Natur anzunehmen, derer sie sich nicht zu schämen brauchen. Ich habe auch nichts dagegen, der Schule die Aufgabe aufzudrücken, in den Einzelfällen, in denen die sexuelle Identität in die Grenzbereiche des gesellschaftlich Erträglichen rutscht, Wege zu vermitteln damit umzugehen, ohne von Brücken zu springen, ohne homophob, misandrisch, misogyn, schizophren oder zum Straftäter zu werden.

Allein, dieser Entwurf zum Bildungsplan 2015 enthält etwas anderes. Er erlegt den Schulen auf, die Schüler zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zu erziehen, und zwar als Querschnittsaufgabe, in allen Jahrgangsstufen, in allen Fächern. Wobei sich die „sexuelle Vielfalt“ dann ziemlich nachdrücklich auf die homosexuelle und trans- und intersexuelle Spielart sexueller Vielfalt bezieht.

Auf den Spuren der Politkommissare

Wie viele Trans- und Intersexuelle in Deutschland gibt es, mit deren Lebensweise sich Schüler nun unbedingt auseinandersetzen sollen, um zu lernen, sie als „normal“ zu akzeptieren? Meines Wissens deutlich weniger als ein Promille. Zum Vergleich: Die Prävalenz für primäre Pädophile bei Männern liegt etwa bei einem halben Prozent. Ich möchte den #Aufschrei sehen, würde ein Bildungsplan etwa fordern, dass sich Kinder in den digitalen Medien über „Lebenssituationen von Pädophilen“ zu informieren hätten, oder die stereotype Darstellung von Pädophilen in den Medien erkennen lernen sollten. In Bezug auf die deutlich geringere Anzahl der Transsexuellen in Deutschland muss dies aber im Bereich Medienbildung passieren (S.23)

Das ist das Problem dieses Bildungsplanes: Eine einzelne Lobbygruppe ist dabei, ihre Partikularinteressen ins Curriculum zu hieven. Dies gelingt, weil in den Landesregierungen flächendeckend Politkommissare aus dem Gendertröten-Pool installiert werden konnten, die in alle Prozesse der Ministerialbürokratie eingebunden werden müssen, und an denen offenbar kein Papier mehr vorbei kommt, in dem irgendwelche Leitlinien entwickelt werden sollen.

Das wird schon rein formal deutlich. Die Abschnitte zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ setzen sich vom Rest des Dokumentes in der Art ihrer Formatierung in auffälliger Weise ab. Als hätten Bildungsreferenten ein erstes Papier erstellt, und als sei danach die ganze Datei ins baden-württembergische Allesaußermännerministerium oder an die bildungsministerliche Gleichstellungsbeauftragte weitergereicht worden, wo das Ganze kräftig nach eigenem Gusto ergänzt wurde.

Neben den offenbar im Nachhinein angefügten Abschnitten auf den Seiten 9, 12, 23, 32 wird das besonders deutlich im Bereich „Prävention und Gesundsheitsförderung“: Da gibt es (S. 25/26) im Punkt 4: „können sich selbst als Persönlichkeit wahrnehmen“ ohnehinschon als mögliche Inhalte: „Erkennen der eigenen sexuellen Identität und Respektieren anderer sexueller Identitäten und Lebensentwürfe“ (man beachte, dass hier von „Resepektieren“, nicht von „Akzeptieren“ die Rede ist). Was an dieser Stelle im Bildungsplan sinnvoll und vollkommen ausreichend gewichtet wäre. Nichts desto trotz gibt es (wieder am Ende, wo man eine Anfügung erwarten würde), noch den Punkt 11, der fordert, die Schüler hätten „Lebenssituationen von LSBTTI-Menschen“ zu kennen (S 29.). Als hätte die verantwortliche Politkommissarin beim Durchlesen der ihr zur Korrektur überlassenen Vorlage den Punkt 4 gar nicht wahrgenommen.

Auch sehr bezeichnend das Abkürzungsverzeichnis (S. 32). Während brav alle Fächer untereinander aufgelistet werden, steht – wiederum am Ende und in einem gesonderten Abschnitt – die Abkürzung „LSBTTI“, die auch wirklich erklärungsbedürftig ist

Konkrete Auswirkungen

Offiziell formuliert das Papier also fünf Leitprinzipien neben dem eigentlichen Lernstoff (Berufliche Orientierung, Nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention- und Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung). Inoffiziell kommt mit der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gleichrangig(!) ein weiteres dazu.

Diesem Bildungsplan nach sollte es nicht reichen, seine eigene sexuelle Identität zu erkennen und die anderer Menschen gelten zu lassen. Nein, die Schüler sollen sich intensiv mit einer ganz bestimmten Spielart von Sexualität auseinander setzen. Sie sollen sich mit schwule-lesbischem Theater, Film, und Literatur beschäftigen (S.12), mit „herausragenden […] LSBTTI-Menschen“, sollen im Internet nach „Lebenssituationen von LSBTTI-Menschen“ fahnden (S.23, das wird bestimmt ein Spaß, wenn die nach „Lesben Bilder“ googeln), und mit dem Transsexuellengesetz (S.29).

Verhältnismäßigkeit

Nochmal zur Erinnerung: Der Bildungsplan formuliert explizit einen Bildungsanspruch dahingehend, dass sich die Schüler intensiv mit einer Minderheit beschäftigen, die – zumindest soweit es die Inter- und Transsexuellen betrifft – irgendwo zwischen 0,05% und 0,5% Anteil an der Gesamtbevölkerung hat. Nimmt man die Schwulen und Lesben als Hauptschützlinge der Genderlobby mit rein, reden wir über 5% bis 10%, deren Sorgen und Nöte aktiv in der Schule behandelt werden sollten.

Das wäre an sich nicht schlimm, wenn der Bildungsplan andere Minderheiten mit ihren Sorgen und Nöten genauso herausstreichen würde. Was ist mit den Wohnungslosen, die etwa 0,2 % der Bevölkerung stellen?  Was ist mit den Zigeunern (nein, das sind nicht nur Sinti und Roma), die einen ähnlichen Anteil haben? Wo bleibt im Bildungsplan die Forderung nach intensiver Beschäftigung der Diskriminierung und der Probleme, denen Menschen mit Down-Sydrom unterworfen sind, immerhin auch 0,15% der Bevölkerung?

Wieso schert sich der Bildungsplan einen Dreck um die Nöte der Arbeitslosen und die Kinder aus Arbeitslosenfamilien? 15%(!) aller Kinder haben einen arbeitslosen Vater. Weit mehr als die, die einen schwulen Bruder haben oder eine lesbische Schwester oder selbst entsprechende Polung. Müsste das nicht Thema sein in der Schule? Gibt’s hier keine Diskriminierungen, wenn diese Kids echte Gracelands von Deichmann tragen statt Nike? Der Bildungsplan erwähnt sie nicht. Nicht ein Wort.

Bei Frauen gibt es eine Prävalenzrate von 10% für Depressionen. Weit mehr Frauen sind depressiv als lesbisch. Erwähnung im Bildungsplan? Nada. 9% aller Männer haben Schwierigkeiten, zwischen Rot und Grün einen Unterschied zu sehen, und das ist nicht politisch gemeint. Das schafft echte Handicaps im Leben, und ist dem Bildungsplan nicht ein Wörtlein wert.

Nein. All diese anderen Teil-, Rand-, und Sondergruppen haben keine institutionalisierte Lobby. Noch nichtmal die Behinderten haben es geschafft, im Bildungsplan Erwähnung zu finden.

Das schaffen nur die von der Gendertrötenmafia Betüttelten. Und ganz ehrlich: Wir, als Gesellschaft, als Eltern, als Lehrer, als Kinder und Jugendliche, wir haben andere Sorgen. Es wird Zeit, dass wir diesen Ideologen das Handwerk legen, die mit der Tatsache nicht klarkommen, dass manche sexuelle Orientierung und manche Lebenseinstellung eben nur als Sonderfall, aber nicht als Norm in der menschlichen Biologie und damit auch in der Gesellschaft vorkommt.

Deshalb meine Unterschrift. Weil eine richtige Forderung gegen die richtigen Leute auch dann unterstützt werden muss, wenn die Begründung falsch ist.

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Tischkantenbeißer des Tages

Also, genauer gesagt, schon der Tischkantenbeißer von vor vielen Tagen. Aber man kommt ja zu nix.

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