Es stinkt.

In unserer Einfahrt. Verdi lässt nämlich die Müllwerker streiken, und wir haben einen windelscheißenden Jungfuchs. Die Busfahrer streiken ebenfalls, und die Kindergärtnerinnen glaube ich auch. Gute Strategie, um noch mehr Geld für die Angestellten des öffentlichen Molochs rauszuschlagen: Mit den paar Hanseln des öffentlichen Dienstes streiken, die Wert schöpfen, statt abschöpfen.

Und deshalb hätt ich da mal nen Vorschlag: Wie wär’s denn, wenn Verdi mal die Frauenbeauftragten und die Damen in deren Büros zum Streik aufriefe? In jeder Stadt und Gemeinde in Deutschland. Bei allen Kreisen. Jeder Behörde. Jedem städischen Eigenbetrieb. Und die Mitarbeiterinnen bei den Gender-Lehrstühlen, wenn Gehaltsverhandlungen bei den Ländern anstehen (deren Chefinnen sind leider verbeamtet, die dürfen nicht). Und bei Gehaltsverhandlungen im Bund streiken alle Angestelltem im Ministerium für alles außer Männer. Und aus Solidarität die Frauenbeauftragten in den Unternehmen gleich mit. Und alle, die was mit „Diversity“ machen, allüberall, sowieso. Auf ein paar tausend Leutchen kommt man da allemal. Die Bahn hat man mit weniger ausständigen Lokomotivführern auch lahmgelegt bekommen.

Und so richtig. Damits rüüüchtig weh tut. Nicht so’n popeligen Mal-nen-Tag-den-Müll-nicht-abholen-Warnstreik. Nein, so richtig lang. Über Wochen, nein, über Monate rührten all diese Damen nicht einen beruflichen Handschlag, organisierten keine Frauennetzwerkkonferenzen, sie berieten keine Frauenprojekte darin, aus Myriaden Frauenfördertöpfen den richtigen zu wählen, sie girls- und boysdateten nicht, befeatureten auf Flyern keine Frauen, die mal irgendwo was gemacht haben, und zählten nicht mehr länger, wie viele Mädchen auf dem Klettergerüst und wie viele im Sandkasten spielen. Stattdessen liefen sie durch die Stadt und trillerpfeiften (oder heißt es: trillerpföffen?). Monatelang. K o m p l e t t e, t o t a l e, A r b e i t s v e r w e i g e r u n g.

Damit wir mal so richtig merken, wie wichtig die sind, und was die alles tun für uns.

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter Uncategorized

2 Antworten zu “Es stinkt.

  1. Gerhard

    Jetzt warte ich so lange auf einen neuen Artikel von Dir und dann das. Der öffentliche Dienst besteht aus mehr als nur überbezahlten Busfahrern und Gleichstellungsbeauftragten.

    Die Löhne im öffentlichen Dienst sind übrigens öffentlich einsehbar, von „noch mehr“ kann da kaum die Rede sein. Insbesondere für Busfahrer. Aber die werden ja sowieso durch Subunternehmer ersetzt, die dann mit Aufstockern arbeiten. Die Aufstocker bezahlen wir dann mit unserem Steuergeld und der Gewinn landet dann beim Chef dieser Firma. Die Geschäftsführer dieser ausgegliederten Unternehmen bekommen dann auch erst mal ein sechsstelliges Jahresgehalt. Profite privatisieren, Verluste verstaatlichen. Aber Hauptsache, der „Moloch“ wird kleingerungen, wir sparen, koste es was es wolle.

    Aber wie gut es dem öffentlichen Dienst geht, wirst Du merken wenn Du auf die Bewilligung des Kindergelds wartest. Zwei Wochen Streik würdest Du da gar nicht bemerken.

    Ruhe im Karton wäre erst, wenn man die Lohnsteigerungen im öD an die Diäten koppeln würde.

    Keine Einwände zum letzten Absatz.

  2. stuff

    trillerpföffen?
    Es hiesse trillerpfiffen…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s