Warum ich die Petition unterschrieben habe

Zugegeben. Die bei openPetition eingestellte Online-Petition „Zukunft – Verantwortung – Lernen. Kein Bildungsplan unter der Ideologie des Regenbogens“ ist kein Text, dem eine überaus liberale Gesinnung aus den Poren rinnt. Kein Wunder, kommt sie doch aus einer erzreligiösen Ecke.

Während ich den Forderungen der Petition vorbehaltlos zustimmen kann, kann ich nicht umhin zur Kenntnis zu nehmen, dass die Begründung dieser Forderungen mehr als unterschwellig homophob daher kommt.

Und so verwundern auch nicht die Webseiten, von denen sich die Petition die Besucher anzieht, und auch nicht die Kommentare, die die die Besucher hinterlassen.

Und mit sowas soll man sich gemein machen? Ich habe mich – zumindest diesmal – dafür entschieden. Manchmal muss man es mit der amerikanischen Methode halten: Der Feind Deines Feindes ist Dein Freund. Und wenn es die Taliban sind. Immerhin geht’s gegen die Kommunisten.

Schade, dass die Begründung der Petition so dämlich daher kommt. Denn so lange solche Petitionen so begründet werden, ist es in der Tat sinnvoll und richtig, auch in der Schule den Kindern eine helfende Hand zu reichen, die dabei sind ihre sexuelle Identität am anderen Ufer zu verorten, und in ihren Elternhäusern auf Ablehnung stoßen. Gegen die Aufnahme eines Abschnitts in den Bildungsplan, der als Ziel die Findung einer sexuellen Identität hat, mit der sich die Jugendlichen wohl fühlen, egal ob Hetero-Männlein, hetero-Weiblein, schwul, lesbisch, bi, tri oder was auch immer, wäre also nichts einzuwenden. Mädchen zu unterstützen, Frau zu werden, ohne magersüchtig zu werden. Jungs zu helfen, Männer zu werden, ohne den Angebermacker zu spielen. Homosexuell veranlagten zu helfen, die Homosexualität als ihre Natur anzunehmen, derer sie sich nicht zu schämen brauchen. Ich habe auch nichts dagegen, der Schule die Aufgabe aufzudrücken, in den Einzelfällen, in denen die sexuelle Identität in die Grenzbereiche des gesellschaftlich Erträglichen rutscht, Wege zu vermitteln damit umzugehen, ohne von Brücken zu springen, ohne homophob, misandrisch, misogyn, schizophren oder zum Straftäter zu werden.

Allein, dieser Entwurf zum Bildungsplan 2015 enthält etwas anderes. Er erlegt den Schulen auf, die Schüler zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ zu erziehen, und zwar als Querschnittsaufgabe, in allen Jahrgangsstufen, in allen Fächern. Wobei sich die „sexuelle Vielfalt“ dann ziemlich nachdrücklich auf die homosexuelle und trans- und intersexuelle Spielart sexueller Vielfalt bezieht.

Auf den Spuren der Politkommissare

Wie viele Trans- und Intersexuelle in Deutschland gibt es, mit deren Lebensweise sich Schüler nun unbedingt auseinandersetzen sollen, um zu lernen, sie als „normal“ zu akzeptieren? Meines Wissens deutlich weniger als ein Promille. Zum Vergleich: Die Prävalenz für primäre Pädophile bei Männern liegt etwa bei einem halben Prozent. Ich möchte den #Aufschrei sehen, würde ein Bildungsplan etwa fordern, dass sich Kinder in den digitalen Medien über „Lebenssituationen von Pädophilen“ zu informieren hätten, oder die stereotype Darstellung von Pädophilen in den Medien erkennen lernen sollten. In Bezug auf die deutlich geringere Anzahl der Transsexuellen in Deutschland muss dies aber im Bereich Medienbildung passieren (S.23)

Das ist das Problem dieses Bildungsplanes: Eine einzelne Lobbygruppe ist dabei, ihre Partikularinteressen ins Curriculum zu hieven. Dies gelingt, weil in den Landesregierungen flächendeckend Politkommissare aus dem Gendertröten-Pool installiert werden konnten, die in alle Prozesse der Ministerialbürokratie eingebunden werden müssen, und an denen offenbar kein Papier mehr vorbei kommt, in dem irgendwelche Leitlinien entwickelt werden sollen.

Das wird schon rein formal deutlich. Die Abschnitte zur „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ setzen sich vom Rest des Dokumentes in der Art ihrer Formatierung in auffälliger Weise ab. Als hätten Bildungsreferenten ein erstes Papier erstellt, und als sei danach die ganze Datei ins baden-württembergische Allesaußermännerministerium oder an die bildungsministerliche Gleichstellungsbeauftragte weitergereicht worden, wo das Ganze kräftig nach eigenem Gusto ergänzt wurde.

Neben den offenbar im Nachhinein angefügten Abschnitten auf den Seiten 9, 12, 23, 32 wird das besonders deutlich im Bereich „Prävention und Gesundsheitsförderung“: Da gibt es (S. 25/26) im Punkt 4: „können sich selbst als Persönlichkeit wahrnehmen“ ohnehinschon als mögliche Inhalte: „Erkennen der eigenen sexuellen Identität und Respektieren anderer sexueller Identitäten und Lebensentwürfe“ (man beachte, dass hier von „Resepektieren“, nicht von „Akzeptieren“ die Rede ist). Was an dieser Stelle im Bildungsplan sinnvoll und vollkommen ausreichend gewichtet wäre. Nichts desto trotz gibt es (wieder am Ende, wo man eine Anfügung erwarten würde), noch den Punkt 11, der fordert, die Schüler hätten „Lebenssituationen von LSBTTI-Menschen“ zu kennen (S 29.). Als hätte die verantwortliche Politkommissarin beim Durchlesen der ihr zur Korrektur überlassenen Vorlage den Punkt 4 gar nicht wahrgenommen.

Auch sehr bezeichnend das Abkürzungsverzeichnis (S. 32). Während brav alle Fächer untereinander aufgelistet werden, steht – wiederum am Ende und in einem gesonderten Abschnitt – die Abkürzung „LSBTTI“, die auch wirklich erklärungsbedürftig ist

Konkrete Auswirkungen

Offiziell formuliert das Papier also fünf Leitprinzipien neben dem eigentlichen Lernstoff (Berufliche Orientierung, Nachhaltige Entwicklung, Medienbildung, Prävention- und Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung). Inoffiziell kommt mit der „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ gleichrangig(!) ein weiteres dazu.

Diesem Bildungsplan nach sollte es nicht reichen, seine eigene sexuelle Identität zu erkennen und die anderer Menschen gelten zu lassen. Nein, die Schüler sollen sich intensiv mit einer ganz bestimmten Spielart von Sexualität auseinander setzen. Sie sollen sich mit schwule-lesbischem Theater, Film, und Literatur beschäftigen (S.12), mit „herausragenden […] LSBTTI-Menschen“, sollen im Internet nach „Lebenssituationen von LSBTTI-Menschen“ fahnden (S.23, das wird bestimmt ein Spaß, wenn die nach „Lesben Bilder“ googeln), und mit dem Transsexuellengesetz (S.29).

Verhältnismäßigkeit

Nochmal zur Erinnerung: Der Bildungsplan formuliert explizit einen Bildungsanspruch dahingehend, dass sich die Schüler intensiv mit einer Minderheit beschäftigen, die – zumindest soweit es die Inter- und Transsexuellen betrifft – irgendwo zwischen 0,05% und 0,5% Anteil an der Gesamtbevölkerung hat. Nimmt man die Schwulen und Lesben als Hauptschützlinge der Genderlobby mit rein, reden wir über 5% bis 10%, deren Sorgen und Nöte aktiv in der Schule behandelt werden sollten.

Das wäre an sich nicht schlimm, wenn der Bildungsplan andere Minderheiten mit ihren Sorgen und Nöten genauso herausstreichen würde. Was ist mit den Wohnungslosen, die etwa 0,2 % der Bevölkerung stellen?  Was ist mit den Zigeunern (nein, das sind nicht nur Sinti und Roma), die einen ähnlichen Anteil haben? Wo bleibt im Bildungsplan die Forderung nach intensiver Beschäftigung der Diskriminierung und der Probleme, denen Menschen mit Down-Sydrom unterworfen sind, immerhin auch 0,15% der Bevölkerung?

Wieso schert sich der Bildungsplan einen Dreck um die Nöte der Arbeitslosen und die Kinder aus Arbeitslosenfamilien? 15%(!) aller Kinder haben einen arbeitslosen Vater. Weit mehr als die, die einen schwulen Bruder haben oder eine lesbische Schwester oder selbst entsprechende Polung. Müsste das nicht Thema sein in der Schule? Gibt’s hier keine Diskriminierungen, wenn diese Kids echte Gracelands von Deichmann tragen statt Nike? Der Bildungsplan erwähnt sie nicht. Nicht ein Wort.

Bei Frauen gibt es eine Prävalenzrate von 10% für Depressionen. Weit mehr Frauen sind depressiv als lesbisch. Erwähnung im Bildungsplan? Nada. 9% aller Männer haben Schwierigkeiten, zwischen Rot und Grün einen Unterschied zu sehen, und das ist nicht politisch gemeint. Das schafft echte Handicaps im Leben, und ist dem Bildungsplan nicht ein Wörtlein wert.

Nein. All diese anderen Teil-, Rand-, und Sondergruppen haben keine institutionalisierte Lobby. Noch nichtmal die Behinderten haben es geschafft, im Bildungsplan Erwähnung zu finden.

Das schaffen nur die von der Gendertrötenmafia Betüttelten. Und ganz ehrlich: Wir, als Gesellschaft, als Eltern, als Lehrer, als Kinder und Jugendliche, wir haben andere Sorgen. Es wird Zeit, dass wir diesen Ideologen das Handwerk legen, die mit der Tatsache nicht klarkommen, dass manche sexuelle Orientierung und manche Lebenseinstellung eben nur als Sonderfall, aber nicht als Norm in der menschlichen Biologie und damit auch in der Gesellschaft vorkommt.

Deshalb meine Unterschrift. Weil eine richtige Forderung gegen die richtigen Leute auch dann unterstützt werden muss, wenn die Begründung falsch ist.

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29 Kommentare

Eingeordnet unter Eigenes

29 Antworten zu “Warum ich die Petition unterschrieben habe

  1. Tja, das ist nun endlich mal eine halbwegs konstruktive Kritik.

  2. Ach, hätten Sie doch nicht unterschrieben, dann hätten Sie sich den langen Sermon sparen können. Tenor: Ein Nazi meldet einen Unfall mit Schwerverletzten und der Notarzt verfasst ellenlange Rechtfertigungen, warum er zum Rettungseinsatz ausrückt, obwohl „der Falsche“ angerufen hat. Aber so ist es, wenn es nach jahrelanger PC-Gehirnwäsche schwer fällt, das naheliegend Richtige zu tun. Aber nachdem Adrian nun sein PC-konformes OK gegeben hat, ist ja alles wieder gut. 😉

  3. Matze

    Ja, ich vermutete auch sehr schnell das typische Verhalten von Genderisten zu erkennen, habe aber bisher noch nicht genügend Motivation um mir den Bildungsplan anzusehen. Wie es „Gender und Informatik“, „Gender und Mathematik“ oder „Gender und der Hochwasserschutz“ gibt, soll auch hier die „Toleranz“ in jedem Fach und jedem Schuljahr „unterrichtet“ werden. Falls es die nicht sowieso schon gibt, kommen dann noch Gleichstellungsbeauftragte in jeder Schule hinzu und um meinen die moralische Autorität zu besitzen.

  4. Es gibt noch einen Grund zum unterschreiben:
    man möchte mehr und mehr unsere Kinder erziehen. Die Erziehng der Kinder ist aber laut Grundgesetz zuvörderst Aufgabe der Eltern. Und ich empfinde es als anmaßend und unverschämt wenn staatliche Ämter diese Aufgabe übernehmen wollen.
    Neben der jetzt schon alltäglichen Indoktrination und auch Ausforschung.
    natürlich nur für den guten Zweck: Im Aufgabenheft der 4.Klasse zum Thema Energie wird u.a. gefragt ob wir zuhause Energiesparlampen haben und wie oft wir Fleisch essen.
    ganz ehrlich, die NSA macht mir in Deutschland die geringsten Sorgen.

  5. Max

    Lieber Stadtfuchs,
    ich habe weder die Petition noch die Gegenpetition unterschrieben. Die Petition ist religiös fundierte Homophobie, die ich als dezidiert säkularer, liberaler Hedonist selbstredend ablehne. Aber ich stelle mir genau wie du die Frage, warum sich der Bildungsplan so sehr auf Trans- und Intersexuelle konzentriert. Sicher, auch ihnen gebührt Respekt, aber sie bilden – neben Obdachlosen, Behinderten usw. – nur eine von vielen benachteiligten Minderheiten, dazu noch eine zahlenmäßig verschwindend kleine.
    Meiner Meinung nach geht es in dem Bildungsplanentwurf nicht primär um den Abbau von Vorurteilen, sondern um die Durchsetzung der Genderideologie. Deren Kernthese besagt bekanntlich, dass Geschlecht nur ein soziales Konstrukt zur Zementierung patriarchaler Herrschaftsverhältnisse sei. In Wirklichkeit gebe es nicht zwei Geschlechter, sondern viele. Belegen will man diese verschrobene, von biologischer Sachkenntnis gänzlich ungetrübte Annahme durch den Hinweis auf Transsexuelle und Intersexuelle. Dabei scheint mir mehr als fraglich, ob sich die genannten Gruppen wirklich als Geschlechter zwischen den Geschlechtern wahrnehmen. Mann-zu-Frau-Transsexuelle stecken im falschen Körper und sehen sich als Frauen (interessant in dem Zusammenhang der Leserbrief eines Transsexuellen bei Arne Hoffmann). Und auch Intersexuelle wären vermutlich heilfroh, wenn sie dem einen oder anderen Geschlecht zugeordnet werden könnten.
    Aber wie gesagt: Die Anliegen von Trans- und Intersexuellen sind für die Autoren des Bildungsplans vermutlich von nachgeordnetem Interesse. Vorrangig geht es um den Kampf gegen ein herbeifantasiertes Patriarchat, um die Emanzipation von angeblich rein kulturell geprägten Geschlechtsmerkmalen, um die Durchsetzung der These, dass der Mensch bei Geburt geschlechtlich eine Tabula rasa sei, dem man Geschlechterrollen nur anerzieht. Kinder und Jugendliche sollen, das ist die Konsequenz, möglichst geschlechtsneutral erzogen werden, um sie von den Fesseln der bipolaren Geschlechtlichkeit zu befreien. In der Umsetzung bedeutet dies, dass sich Mädchen und vor allem Jungs nicht mehr so verhalten dürfen, wie es ihrer Neigung entspricht, denn diese Neigungen sind ja nur Konstrukte, mit denen uns das pöhse Patriarchat unterdrückt . (Später mehr. Ich bin nicht nur bekennender Hedonist, sondern auch Vater von vier Söhnen (!) und muss/darf jetzt Kindergeburtstag feiern ;-))

    • „…geht es in dem Bildungsplanentwurf nicht primär um den Abbau von Vorurteilen, sondern um die Durchsetzung der Genderideologie.“

      Sehe ich so ähnlich. Zumindest aber um die Oberhoheit bei der Entscheidung aller Gender-bezogenen Themen, also um eine politische Machtposition.
      In dem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf die Seiten der Jungen Grünen, diverse Links s.
      hier. Die Jungen Grünen sind eine feministische Gehirnwaschanlage. Da gehen vermutlich fast alle Nachwuchspolitiker der Grünen durch, verulich erholen sie sich nie wieder von der Gehirnwäsche.

      Übrigens sind mMn Transsexuelle der lebende Gegenbeweis zur Gendertheorie: die Leute riskieren bei der Transformation schwerste Gesundheitsschäden. Wenn es auch nur entfernt möglich wäre, die sexuelle Identität dieser Leute mit psychologischen Methoden zu verändern und ihnen die Transformation zu ersparen, wäre es kriminell, das nicht zu versuchen und die Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Außerdem ist man vor oder nach der Transformation ja Mann, also ggf. der Feind. So richtig verstehe ich die Allianz zwischen Lesben, Feministinnen und Transsexuellen daher nicht. Die einzige Gemeinsamkeit scheint der angstrebte Opferstatus zu sein, über den man dank Privilegientheorie viel Macht und Sonderrecht reklamieren kann.

    • Elvenpath

      Der Lehrplan ist deswegen auf andere Formen der Sexualität ausgerichtet, weil diese die massivsten Anfeindungen, Diskriminierungen und Diffamierungen ertragen müssen.
      Und auch Ihnen sage ich, dass die Gender-Theorie nichts damit zu tun hat, ob ein Jugendlicher auf dem Schulhof als „Schwuchtel“ beschimpft wird.
      Ich halte von der Gender-Hyothese auch nichts. Aber Tatsache ist, dass es Homosexuelle, Transsexuelle etc GIBT. Und um deren Stellung in der Gesellschaft geht es.

      • Imrahil

        Auf dem Schulhof werden Kinder als Schwuchtel beschimpft?

        Dreimal darf man raten, ob das eher steigen oder eher abnehmen wird, wenn sich gemäß Lehrplan* gefühlt andauernd mit einem mehr als deutlich erhobenen moralischen Akzeptanzzeigefinger damit beschäftigen wird.

        Sorry, wollte ich nur mal anmerken.

        [*Ich neige allerdings zu einer gewissen Hoffnung, daß diese Lehrplanziele nach dem Motto „zur Kenntnis genommen, und jetzt muß ich erstmal meinen Stoff durchnehmen, Ablage P“ behandelt werden.]

  6. Mario

    Ich wünschte, ich könnte meine Gedanken so klar und strukturiert zu diesem Thema formulieren wie es der Stadtfuchs kann, ganz große Klasse.

    Diese bodenlose (pseudo) mainstream Diffamierung, ihr seid ja alle so homophob (außer mir, natürlich) gegen Menschen die hier unterzeichnen ist schlicht unglaublich.
    Nein, ich bin nicht homophob ich bin genderphob! mit einer langsam anschwellenden Rot/Grün Phobie, richtung eitrig pickliger Beulenpest.

    Schaut man sich mal die Kommentare der Leute näher an (zbsp. mal die mit den meisten, Likes!) erkennt man schnell um was es geht.
    Da unterschreiben Kinderärzte, Biologen (oder eine Frau, die gänzlich ohne Chrtl, Gelaber, Gendermainstreamingl naher erläutert) und natürlich Eltern, Elterm und nochmal Eltern die einfah nicht begreifen wollen warum ihnen der Staat erklären muss wie die Erziehung Ihrer Kinder auszusehen hat.
    Der Grundtenor ist doch schon verschoben und ja, ich finde es ebenfalls traurig das bei beiden Petitionen entweder christliche Nächstenliebe-Inquisitoren oder radikale gender Feministinnen ihr doch so gleiches Gift verspritzen!

    • Elvenpath

      Dass Homosexuelle oder Transsexuelle frei von Diffamierungen und Diskriminierungen leben können, hat nichts, aber auch gar nichts, mit „Gendermainstream“ zu tun.
      Schade, dass ich Sie nicht in einen homosexuellen Jugendlichen verwandeln kann. Sie würden sehr schnell verstehen, wie dringend notwendig diese Wertevermittlung ist.

  7. Ich würde insofern zustimmen, dass die Hervorhebung sexueller Vielfalt gegenüber anderen Vielfalten, Minderheiten usw. im Entwurf zu sehr hervorgehoben erscheint. Meine Konsequenz würde allerdings lauten: Ein guter Anfang, sexuelle Vielfalt wirklich einmal zu thematisieren, wir dürfen dabei aber nicht stehen bleiben und müssen andere Vielfalten, Minderheiten usw. in eben gleicher Weise aufnehmen und in vernünftigem Maße die entsprechenden offenen Einstellungen und Haltungen repräsentieren. Insofern muss man eigentlich noch über die Forderungen des Bildungsplanentwurfs hinaus gehen im Sinne „geht nicht weit genug“. Weshalb man dann auf den Gedanken kommt, eine konservativ geprägte Petition im Sinne „geht zu weit“ zu unterschreiben, entzieht sich für mich der Nachvollziehbarkeit.

  8. Jonas Weiß

    Ich wünschte, Sie hätten die Petition intiiert. (Ich habe trotzdem unterschrieben)

  9. Johnny K.

    Die Implementierung bestimmter ideologischer Vorgaben über alle Fächergrenzen, Institutionen und Lebensbereiche hinweg ist u.a. an Kennzeichen totalitärer Systeme. Wir kennen so etwas z.B. aus der ehemaligen DDR. Damals war es „marxistische Wissenschaft“, heute ist es die auf Judith Butler zurückgehende „Gender-Ideologie“. Beides hat mit „Wissenschaft“ nichts zu tun. Insofern muß dieser Bildungsplan abgelehnt werden. Es ist erschreckend, daß offenbar nur noch (christlich) religiöse Menschen in der Lage sind, aufkeimenden Totalitarismus zu erkennen und sich dagegen zu positionieren.

  10. Markus

    Viele Dank für diesen Artikel, Herr Fuchs.
    Sie haben die Problemstellung – wie ich finde- sehr präzise herausgearbeitet und das Geschriebene gibt auch meine Motivation die Petition zu unterzeichnen sehr gut wieder.
    Zwischen grünlinkem, ideologisierten Gutmenschentum (“ Was haben Sie denn gegen Toleranz?“) und dumpfer Homophobie andererseits ist es den Printmedien und Fernsehanstalten bisher nicht daran gelegen oder nicht gelungen, differenziert herauszuarbeiten worum es eigentlich geht.
    Chapeau!
    (Ich werde künftig öfter mal auf Ihrer website vorbeischauen…)

  11. Elvenpath

    Seit Jahrtausenden wird Kindern und Jugendlichen massiv der Kopf gewaschen von religiösen Eltern, von den Priestern. Homosexualität wurde und wird tabuisiert und verteufelt. Auch heute noch sind, in angeblichen zivilisierten Ländern, Gewalthandlungen an Homosexuellen (oder Transsexuellen) an der Tagesordnung.
    Wir haben es hier also mit einer tief verwurzelten Haltung zu tun. Ein homosexueller Jugendlicher kann sich auch heute noch nicht frei an seiner Schule outen. „Schwuchtel“ ist eines der gebräuchlichsten und als verletzendst angesehenen Schimpfwörtern auf dem Schulhof.
    Das zeigt ganz deutlich, dass bisher zu wenig geschehen ist.
    Der neue Lehrplan kann als Frontalangriff gesehen werden. Als Frontalangriff gegen die Mauer der Tabuisierung, gegen die uralte Indoktrination von religiöser Seite. Die Reaktion ließ dann ja auch nicht lange auf sich warten.
    Was ich insgesamt sagen will: Die Diskriminierung, Tabuisierung von andersartiger Sexualität ist in unserer Gesellschaft immer noch massiv. Gerade bei Jugendlichen. Der Staat hat die Aufgabe da gegen zu steuern. Und es ist, das hat die Erfahrung gezeigt, eben nicht mit einer kurzen Abhandlung im Sexualkundeunterricht getan. Da müssen größere Kaliber her.

    Und den Gegner geht es nur um eines: Zustände wie in Russland. Vor Jugendlichen soll nicht positiv über Homosexuelle gesprochen werden. Das ist der Kern. Alle anderen Argumente sind nur vorgeschoben.
    Den Kirchen geht es natürlich um Machtverlust.
    Und das zeigt, wie dringend notwendig dieser Lehrplan ist. Auch wenn manche ihn als überzogen darstellen. Aber die Homophobien der Religiösen sind noch viel überzogener.

  12. Hallo Stadtfux,

    ein guter Artikel, wie ich finde. Aber woher nimmst du die Gewissheit, daß die Petition aus dem „erzreligiösen Lager“ kommt? Ich wüßte erst einmal nicht, woraus sich das schließen läßt.

    Selbstkritisch könnte man anmerken, daß der Bohei um dieses Thema gänzlich übertrieben ist. Die Kinder sind ja nicht doof und sprechen mit ihren Eltern über etwaige Merkwürdigkeiten in der Schule. Ich würde als Vater dann meinem Kind erklären, daß Toleranz zwar wichtig ist, daß man bei diesem Thema aber am Rad dreht und den Leuten allerlei aufzwingt. Ich würde mein Kind also bei einer kritischen Auseinandersetzung unterstützen und mit ihm so diskutieren, wie es in der Schule nicht möglich ist.

    Ärgerlich ist aber in der Tat allein das ideologische Movens einiger Gender-Pharisäer, die der Gesellschaft ihr totalitäres Weltbild aufzwingen wollen. Allein aus diesen Gründen ist die Petition zu unterstützen.

    PS: Für Lehrer ist es natürlich auch eine unangenehme Sache, hier nicht offen sprechen zu dürfen und Staatsbürgerkunde-Lehrer spielen zu müssen.

  13. so_halt

    Wo bleibt der Schutz der Kinder vor möglicher seelischer Verletzung oder Verstörung aufgrund dieses Unterrichts?
    Die Zeitschrift „Psychologie Heute“ vom Mai 2011 stellt klar: „Die zunehmend frühe Sexualisierung von Kindern durch unsere sexualisierte Gesellschaft und die Medien überfordert Kinder. Dies bleibt nicht ohne Folgen für die Entwicklung der Heranwachsenden. Sie führt zu einer ungesunden Haltung im Bezug auf den eigenen Körper, auf Beziehungen und die Sexualität.“
    Wieso werden unsere Kinder bereits im Grundschulalter mit solchen Themen belästigt, die lediglich eine Minderheit betreffen?

    Die Antwort findet sich in Angelo Leopardis „Der pädosexuelle Komplex „, Zitat von Beck(Grüne):
    „Allein eine Mobilisierung der Schwulenbewegung für die rechtlich im Gegensatz zur Pädosexualität völlig unproblematische Gleichstellung von Homo- und Heterosexualität … wird das Zementieren eines sexual-repressiven Klimas verhindern können – eine Voraussetzung, um eines Tages den Kampf für die zumindest teilweise Entkriminalisierung der Pädosexualität aufnehmen zu können.”

    Dazu passt auch der Bildungsplan 2015 (Regierung Rot/Grün) in Baden-Württemberg, sowie auch der Estrela-Bericht auf EU-Ebene.

    @elvenpath > Da müssen größere Kaliber her.

    Ja, sind schon im Anmarsch, und zwar auf EU-Ebene mit dem Estrela-Bericht, der „Menschenrecht auf Abtreibung“ und „Sexualerziehung für alle Schüler der Grund- und Sekundarschulen in einer tabufreien und interaktiven Atmosphäre, diskriminierungsfrei und vor allem ohne elterliche Zustimmung“ fordert.

    Nachdem Estrela 2x gescheitert ist, versucht man es jetzt ein drittes Mal (Petition gegen Estrela): http://www.citizengo.org/de/2594-dringend-agenda-des-estrela-berichts-nach-zwei-niederlagen-wieder-im-eu-parlament

    Laut Sigmund Freud sind Kinder, die sexuell stimuliert werden, nicht mehr erziehbar! Das ist scheinbar hier gewollt!

    • @so_halt Es geht nicht um Sexualität, sondern um Liebe und Beziehungen. Es geht darum, frühzeitig einen normalen Umgang mit anderen Beziehungsformen zu fördern in dem Sinne „Wenn ein Mann einen Mann liebt, dann ist das auch in Ordnung“. Es geht nicht um einen vorgezogenen Sexualkundeunterricht.

      • so_halt

        Doch, genau darum geht es in diesem Bildungsplan:
        http://www.welt.de/politik/deutschland/article115526137/So-schoen-ist-dass-es-schoener-nicht-werden-kann.html#disqus_thread
        Oder in Berlin:
        Jürgen Zöllner (Bildungssenator, SPD) startete eine Kampagne, wonach Schüler AB DER 1. KLASSE Gender-Unterricht erhalten. Das Unterrichtsmaterial wurde von zwei Vereinen für „lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Lebensweisen” entwickelt. Ziel ist die Gleichstellung all dieser Lebensformen durch NEGIERUNG der BIOLOGISCH BEGRÜNDETEN GESCHLECHTER. Dadurch sollen die Kinder sexuelle Vielfalt lernen. Entsprechendes Material für KINDERGÄRTEN soll auch schon in Planung sein. Für ältere Schüler gibt es bereits seit längerem eine Broschüre, in der die Schüler zu div. Rollenspielen aufgefordert werden.
        Ich denke, dass hier eine gewisse Prägung der Kinder stattfindet, die ich nicht befürworte: http://www.freiewelt.net/der-staat-als-kinder-und-jugendverderber-3604/
        Und wieso wird das Unterrichtsmaterial nicht von geeigneten Pädagogen entworfen?
        Wie intolerant die Liberalen sind, wenn es um Andersartigkeit (Christen, Moslems, Juden oder sonst Andersdenkende) geht, sieht man an den Strafen, mit denen Verweigerer rechnen müssen:
        http://ef-magazin.de/2014/01/21/4861-gender-staat-die-totale-schulpflicht

        Wäre es so, dass man das Thema Andersartigkeit/Vielfalt im Rahmen „Gewalt an Schulen, Mobbing und Co“ behandeln würde, wäre der Bildungsplan 2015 kein Thema für mich.
        Wieso führt man an Schulen kein soziales Kompetenztraining ein? Hier kann soziales Verhalten (also auch Beziehungen) erlernt werden.

    • Wenn ich mir diesen Kommentar so durchlese, bin ich froh, dass Kinder ihre Bildung nicht zu 100% im Elternhaus erhalten.

  14. Kyuubi

    Wie wichtig die Umsetzung des Themas Homosexualität, Bi und Transexualitaet in der Schule ist, kann man allein an den Kommentaren hier erkennen. Die Unwissenheit mancher Menschen ist beängstigend. Es geht bei diesem Thema weder darum, Kinder zu Homosexuelle zu transformieren, noch um eine besser Stellung dieser Lebensweise. Die Aufgabe der Schule ist auch die Aufklärung. Zu meiner Zeit hatten wir in derSchule dreimal Sexualkunde. Das einzige was ich zum Thema Homosexualität gehört hatte, war ein Freund, welcher von einem gleichgeschlechtlichen Paar an seiner Schule erzählte. Anschließend erklärte er mir wie widerlich das doch sei. Mein Großvater erklärte mir alle Homos seien krank im Kopf. Jetzt bitte ich alle Gegner des Lehrplans sich mal zu überlegen, was ein Jugendlicher im Alter von 13/14 denkt, wenn er merkt auch so ein krankes Ekel zu sein? Woher soll die Aufklärung, das weder Homosexualität, Bisexualität noch Transexualität was Schlimmes ist? Keine Eltern setzen sich mit ihren Kindern zusammen und erklären ihnen, dass sie ihre Kinder auch dann akzeptieren. Genug Eltern scheitern hier in ihren erzieherischen Aufgaben und oft werden die eigenen Kinder deswegen abgelehnt und sogar verstoßen. Ja! Auch im 21 Jahrhundert noch. Hier muss die Schule vermitteln, dass auch diese Lebensformen in Ordnung sind und Bisexuelle, Homosexuelle und Transexuelle irgendwann so normal angenommen werden, daß keiner mehr komisch guckt, diese Leute beschimpft und die Presse mit Schlagzeilen aus diesem Bereich keine Diskussionen mehr hervorruft, weil es als normal akzeptiert wird.
    Was fehlt ist ein Dialog zwischen Gegnern und Fürsprecher desLehrplans. Vielleicht versteht man dann eher die Ängste der Gegner und die Wünsche der Unterstützer. Nochmal es sollen keine Kinder zur homosexualität bekehrt werden, das sucht man sich nämlich nicht aus, denn sonst würde ich sofort all die Vorteile eines Heterosexuellen wählen. Es wäre nur toll, wenn man auch als Homosexueller als normal akzeptiert wird und nicht rechtfertigen, warum man mit dem gleichen Geschlecht zusammen ist. Ich denke, dass Aufklärung in der Schule dazu sehr hilft egal ob das Kind homo-, hetero-, trans-, oder bisexuell ist.

    • Es gibt aber nunmal einige Aufgaben für Schule, die deutlich wichtiger sind als die Frage, ob Transsexuelle irgendwann als normal angesehen werden (werden sie nie, denn sie sind es nicht. Die Norm ist die, dass zu 99,98% das biologische Geschlecht mit dem gefühlten Geschlecht übereinstimmt. Es ist eine Menschliche Grundkonstante, die Norm in der Gesellschaft zu erkennen und sich selbst auch in Abgrenzung zum anormalen zu verorten. Das macht es den aus der Norm gefallenen alles andere als leicht, aber das können Sie dem Menschen nicht abtrainieren). Wie gesagt, es gibt wichtigeres. Beispielsweise, Kindern Lesen und Textverstehen zu lehren.

      Denn dann wäre auch Ihnen aufgefallen, dass weder mein Text noch irgendeiner der „Kommentare hier“ behauptet, mit dem Bildungsplan oder entsprechenden Unterrichtsthemen würden Kinder zu Homosexuellen transformiert. Noch hat sich irgendjemand gegen Sexualaufklärung, einschließlich der Aufklärung über Homosexualität ausgesprochen. Verbrennen Sie bitte hier keine Strohmänner.

  15. Ich bin zwar anderer Meinung, aber der Artikel ist bis auf ein paar Sätze sehr sachlich formuliert worden. Sachlichkeit fehlt bei dieser Diskussion bisher!
    Wo ich zustimmen muss, ist dass auch andere Minderheiten explizit genannt werden sollten. Es gibt aber sicherlich schon lange viele Ansätze aus früheren Bildungsplänen, die sich nur wiederholt hätten (z.B. Diskriminierung von Ausländern) und deswegen im Arbeitspapier nicht noch einmal genannt wurden.

    Was ich noch einwerfen möchte:
    Es handelt sich erst einmal um ein Arbeitspapier mit Leitprinzipien. In welchem Umfang was wie mit welchen Mitteln unterrichtet wird, wurde noch gar nicht präzisiert! Das Thema Sexualität als erste Priorität zu sehen, macht daher keinen Sinn.

    Das Thema kommt nicht von ungefähr. Es gibt soziale und organisatorische Strukturen, die im Leben durch das Geschlecht/ Sexualität bestimmt werden. Die Verhältnisse sind ungleich bzw. ungerecht und umso mehr kann man die Schüler auch auf diesen Teil des Lebens vorbereiten, wenn man diese Aspekte anspricht und ihnen HandlungsOPTIONEN anbietet. Optionen, die viele Eltern vielleicht auch gar nicht kennen.

  16. Teta Epsilon

    Stadtfuchs sagt:

    Wie viele Trans- und Intersexuelle in Deutschland gibt es, mit deren Lebensweise sich Schüler nun unbedingt auseinandersetzen sollen, um zu lernen, sie als “normal” zu akzeptieren?

    @Stadtfuchs:
    Es gibt mehr Transsexuelle in Deutschland, als AIDS – Kranke …!
    Für AIDS Kranke werden jährlich Millionen ausgegeben, für Transsexuelle Null Euro.
    Für AIDS Kranke kommen jährlich neue Medikamente heraus, für Transsexuelle gibt bis heute keins!

    Trans & Intersexualität ist keine Lebensweise !
    Es sind auch keine sexuellen Vorlieben wie LGB, es sind Existenzielle Grundtatsachen, ähnlich einer Behinderung…

    @max

    Außerdem ist man vor oder nach der Transformation ja Mann, also ggf. der Feind. So richtig verstehe ich die Allianz zwischen Lesben, Feministinnen und Transsexuellen daher nicht.

    Echte M z F Transsexuelle sind nicht vor der Transformation Mann, vorher sind sie deformierte Frauen. Sie haben eine Hirn Restkörper Divergenz.
    Im Gegensatz zu Homosexualität, u.ä., ist die Ursache für TS Erforscht. Man weiß also wie echte Transsexualität entsteht, dass weiß man von Homosexualität noch nicht. http://wp.me/p1eXD1-1hA

    Was die Max unverständliche Allianz LGBTTIQ angeht, ist diese nicht ganz freiwillig, ein guter Blog zu dem Thema klärt auf : http://wp.me/p1eXD1-1NV

  17. AkkuPunkTour

    Soweit ich das nach Lektüre dieses Artikels und wenig Sonstigem beurteilen kann, denke ich, dass ich der Kritik an dem Bildungsplan durchaus zustimmen kann. Nicht so allerdings der (Begründung der) Unterschrift.
    Ich habe zwar die Petition nicht gelesen, da aber selbst hier die Begründung der dort vorgebrachten Kritik als, kurz gesagt, doof bezeichnet wird (mit „selbst hier“ meine ich selbst von demjenigen, der diese Begründung selbst kritisiert und trotzdem unterschrieben hat), nehme ich mal an, dass ich die Ansicht teilen würde. Mein Problem damit, so eine Petition zu unterzeichnen, wenn man ihre Ziele unterstützt, nicht jedoch ihren Inhalt, ist Folgendes:
    Wenn ich etwas (ganz allgemein) (öffentlich) unterstütze, dann unterstütze ich nicht nur die explizit formulierten Ziele dieses Etwas, sondern, zumindest für den unwissenden Beobachter (also die breite Masse der Öffentlichkeit, die meine persönlichen Gedanken nicht kennt), auch alles andere, was dieses Etwas ausmacht.
    Ich verstehe, dass das in manchen Situationen schwierig sein kann, allerdings wäre dieser Fall für mich nach allem, was ich darüber weiß (was, wie eingangs erwähnt, nicht viel ist), keiner, in dem ich ein öffentliches Bekenntnis zur Homophobie rechtfertigen könnte.
    Nehmen wir ein extremes Beispiel: Ein Mensch will einen anderen erschießen. Ein anderer Mensch kommt an und sagt: „Schlagt ihn nieder, er ist [hier beliebige diskriminierbare Minderheit (oder auch Mehrheit, warum nicht) einfügen, bspw. Ausländer]!“ Nun könnte ich verstehen, wenn man in Anbetracht der Dringlichkeit einer Entscheidung sagt: „Er hat recht! Tut das!“
    Steht derselbe Mensch nun jedoch da und sagt, er wolle am folgenden Tag jemanden erschießen, und es kommt der andere und verlangt seine Niederschlagung aufgrund eines willkürlichen Merkmales, dann würde ich doch nicht meine Zustimmung zu dieser faschistoiden Handlung geben. Vielmehr würde ich verlangen, die geplante Erschießung zu verhindern (und übrigens den Faschisten ebenfalls von seinem Wirken abzuhalten).
    Mit anderen Worten: Diese Petition zu unterzeichnen heißt, eine Ablehnung betrefflichen Bildungsplanes aus homophoben/wasauchimmerfürwelchenbescheuerten Gründen zu unterzeichnen, und ganz klar nicht seine Ablehnung aufgrund seiner pädagogischen Schlechtheit, seiner eigenen ideologischen Einseitigkeit oder was auch immer.
    Nicht zuletzt unterstützt man so doch gerade den Grabenkampfcharakter der Debatte – zwei nicht kompromissbereite, intolerante, ignorante Lager, die sich Mist an den Kopf werfen – den man eignetlich nicht haben will.
    Oder?
    Wäre nicht der richtige Schritt, eine eigene Position zu formulieren (wie im Grunde in diesem Artikel geschehen) und sich dafür starkzumachen?

    Trotz allem halte ich diesen Artikel für einen sehr gelungenen Beitrag zu der Diskussion, insbesondere, da er – in meinen Augen – eben diesen (unsachlichen) Grabenkämpfen entgegensteht. Danke dafür.

  18. Pingback: BaWü: Aufklärung oder Gender-Ideologie? (Warum ein homosexueller Blogger die berühmt-berüchtigte Petition unterschrieben hat) | Alexander's Male Loves

  19. Auf meinem Blog mein längerer Kommentar zu diesem gutem Eintrag ;o).

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