Dankenswerterweise

hat Christian einen Gesetzentwurf der SPD ausgegraben, der formal spezifiziert, was uns denn im Falle der Umsetzung der von der SPD ins Wahlprogramm aufgenommen Forderung nach einem vollkommen hirnrissigen „Entgeltgleichheitsgesetz“ erwarten würde:

  • Ein dicker Markt für „Entgeltgleichstellungsexperten“, mit dem man wieder ein paar Genderabsolventinnen als freiberufliche Beraterinnen durchfüttern kann, weil die Betriebe per Gesetz gezwungen werden, diese zu per Verordnung festgesetzten Tarifen zu bezahlen. Die Frauenquote bei den Selbstständigen kriegt man so auch gleich mit hochgetrieben.
  • Ein Papier- und EDV-Krieg ohne gleichen, weil die Betriebe versuchen müssen, en detail für jeden einzelnen tarifgebundenen Arbeitsplatz zu begründen, warum er in welche tarifliche Kategorie einsortiert wurde, und ihn nicht mehr nur einer Tarifgruppe zuweisen können. Dass die Tarife an sich diskriminierungsfrei seien, glaubt die SPD allerdings laut Gesetzentwurf auch nicht. Vielleicht sollte sie den vielen SPD-Mitgliedern in den Gewerkschaften, die diese angeblich diskriminierenden Tarife aushandeln, mal bürokratisch auf die Finger hauen, statt den individuellen Arbeitgebern, die die Tarife anwenden.
  • Das Ende der Verhandlungsfreiheit der außertariflich Beschäftigten, weil es auf einmal nicht mehr Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein soll, was der eine unter welchen Bedingungen für den anderen tut. Zu diesen Bedingungen gehört nun mal das Gehalt, das sich bei Führungspositionen nicht anhand eines Tarifs greifen lässt, sondern das sich aus Angebot und Nachfrage bestimmt. Stattdessen soll auch hier ein kleingeistiges „Entgeltsystem“ nachvollziehbar die Entlohnung regeln. Die Abschaffung der außertariflichen Beschäftigung durch die Hintertür.
  • Das Ende der Vertraulichkeit von Gehältern in kleinereren Betrieben, weil der „Entgeltbericht“ im Betrieb öffentlich ausgehängt werden muss und weil die jeweilige Personenzahl der in den Statistiken ausgewiesenen Gruppen so gering sein wird, dass man auf das Gehalt der Einzelnen zurückschließen kann.
  • Eine entsprechende Aufstockung in den Personalabteilungen, um diesem Bürokratiemonster Herr zu werden. Womit wieder ein paar Gender-Frauen von der Straße geholt werden.

Ein Gesetz, das die Welt nicht braucht. Mit nichts in diesem Gesetzentwurf könnte man also weniger einverstanden sein, als mit Punkt C:

Alternativen

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Dankenswerterweise

  1. Dr. Günter Buchholz

    Ein sehr guter und wichtiger Artikel. Ich bitte hiermit um Unterstützung der „Frankfurter Erklärung zur Gleichstellungspolitik“; siehe dort auch: „Aktuelles“; mit zahlreichen Artikeln zu diesem Themenfeld:
    http://frankfurter-erklaerung.de/

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