Monatsarchiv: August 2013

OB Scholz

fände den Opel-Standort „ideal“ geeignet für universitäre oder universitätsnahe Einrichungen, behauptet jedenfalls die WAZ.

Jau. Der ist ganz ideal für das tranige Bochum. Er passt wie die Faust aufs Auge zum Verhältnis Stadt-Uni. Die Opel-Flächen sind nämlich ganz weit weg. Von der Uni. Und von der City. Und damit in jeglichem Sinne so weit weg von der Univercity wie man einen potentiellen Erweiterungsstandort nur legen kann. Sieht man nicht, hört man nicht, merkt man nicht. Wo kämen wir da hin, wenn die Stadt Bochum ihre Universität mal als ein Zugpferd begreifen würde, das man, wenn man schon platzbedingt den Campusstandort zerreißen muss, nachdem man sich von den Lennershofviertlern auf der Nase hat rumtanzen lassen, gefälligst in die Stadt zu holen hat und nicht an eine zweite Peripheriebrache verbannen darf? An die man mit dem ÖPNV von der ersten Peripheriebrache, auf die sie hier in den sechzigern die Uni gepflanzt haben, nur hinkommt, wenn man einmal ins Zentrum und dann die gleiche Strecke wieder rausfährt?

Und Logistikunternehmen auf einer großen schon zubetonierten Fläche, für die sich auf absehbare Zeit kein Industriebetrieb in Opel-Größe mehr finden lassen wird, die aber Anschluss zu drei Autobahnen in einem der größten Ballungszentren Europas hat, solche Logistikunternehmen brauchen wir auch nicht in einer Welt, in der immer mehr Menschen im Internet einkaufen. Sagt Scholz. Herne hat ja schon einen Logistikstandort. Wie merkbefreit muss man eigentlich sein, um in dieser Stadt die Oberbürgermeisterin spielen zu dürfen?

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So ein Gestaltungsbeirat

ist schon eine feine Sache. Bochum hat jetzt auch einen. Schon vor längerer Zeit beschlossen, soll dieses Gremium aus außerörtlichen Architekten ein bisschen helfen, die Stadt vor groben Bausünden zu bewahren. Und diesbezüglich kann Bochum bekanntlich alle Hilfe brauchen, die es kriegen kann.

Eine schöne, ehrenamtliche Aufgabe, würde man meinen. Naja, ehrenamtlich. 840 Euro pro Sitzung erhält ein Mitglied. Für einmal nach Bochum fahren, nett Schwätzchen mit Architekten halten und vielleicht im Nachgang nochmal zwei Seiten Stellungnahmen tippen. Schönes Architektenzubrot, schöne öffentliche Förderungsbrust, an die man sich zum Nuckeln gerne dranhängt.

Weshalb sich auch 19 männliche Architekten/Landschaftsarchitekten beworben haben, die die Kriterien (Nicht aus Bochum, 10 Jahre Tätigkeit, Wettbewerbserfolge, Realisierte Projekte, Preisrichtererfahrung) erfüllt haben. Und drei (!) weibliche, von denen eine das Kriterium „realisierte Projekte“ grade mal so eben erfüllt.

Nun haben aber SPD und Grüne in die Satzung des Gestaltungsbeirates die Klausel reingedrückt, dass er mit mindestens zwei Frauen zu besetzen sei. Und, wie sollte es daher auch anders sein:

Alle drei Bewerberinnen, die die basalen formalen Anforderungen erfüllen, werden tatsächlich in den Gestaltungsbeirat berufen.

Drei weibliche Bewerberinnen, alle drei kommen rein.

Neuzehn männliche Bewerber. Zwei davon kommen rein.

840 Euro Sitzungsgeld.

Und jetzt erzähle mir einer, da habe eine Bestenauswahl stattgefunden.

Nicht dass man mich falsch versteht: Die Quotenfrauen Jutta Heinze und Hiltrud Lintel sind sicher nicht die schlechteste Wahl, wenn man sich im Netz mal ein Bild macht. Aber sind sie die beste? Immerhin sitzen sie offenbar beide schon in diversen Gestaltungsbeiräten, BDA-Gremien etc, da riechts schon wieder nach Filz. Und Anette Paul? Wenn ich nach ihrer Büro-Webseite gehe, hat die Dame mit ihrem Büro mal gerade zwei Projekte realisiert. Viele Preise, wenig umgesetzt.

Gabs da niemand besseren? Mit Sicherheit, aber der war halt keine Frau…

 

[Update: In der ursprünglichen Version schrub ich von 1000 € Sitzungsgeld. Aber da ist die Mehrwertsteuer mit drin.]

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