Von Frauen und Sternchen

Der folgende Text war eigentlich als Antwort auf Antje Schrupps Geistesblitz gedacht, dass Frau sein und Kinder kriegen irgendwie miteinander zu tun haben könnte. Er sollte meine meine dort geäußerte steile These ergänzen, dass es insbesondere in diesem Kontext vollkommen blödsinnig sei, zu behaupten, Kinder würden von Frauen* geboren, also von Frauen mit dem bescheuerten Sternchen hinten dran, das ja neuerdings anzeigen soll, dass das Wort Frau nicht nur die zur Frau Gemachten bezeichnen soll (oder gerade doch?) sondern irgendwie alle, die irgendwie meinen, Frau zu sein. Weil ja, so Frau Schrupp, die Bedeutung von “Frau” doch irgendwie „viel komplexer [sei] als Mensch, der schwanger werden kann“. Was, wie gesagt, im Zusammenhang mit einer erfolgreichen Geburt einfach unreflektierter Mumpitz ist.  Da Frau Schrupp aber Kommentare, die Ihrer Weltsicht entgegenlaufen, offenbar nicht freizuschalten gewillt ist, erscheint das ganze hier.

@Antje Schrupp: Wie komplex die Bedeutung des Wortes „Frau*“ angeblich auch sein mag: Damit ein Kind „rausrutscht“, wie Du Dich so despektierlich auszudrücken beliebtest (kleiner Hinweis: da rutscht in der Mehrzahl der Fälle nix, sondern das erfordert ziemlich schmerzliches Gepresse und Gereiße, und im Wortsinne Blut und Tränen), braucht es keine dieser angeblichen „komplexen Bedeutungen“. Damit ein Kind geboren wird, bedarf es einer sehr simplen Bedeutung, nämlich einer Frau, die schwanger wurde. Punkt. Zeussche Femur-Gestationen sind von der Natur beim Menschen ebensowenig vorgesehen wie Homunculi oder vegetative Vermehrung. Es braucht dazu (nebst einer Eizelle und einem Spermium, im natürlichsten Falle begleitet von einem Schwanz in einer Muschi) exakt eine Menschin, die schwanger werden kann, und exakt einen Menschen, von (mit, durch, whatever) dem sie schwanger wird.

Vulgo Frau und Mann. Geschlecht, nicht Gender. Keinen Schwulen, der sich als Frau empfindet, keine lesbische Frau, die nicht schwanger werden will, keine männliche Lesbe, die gerne eine schwule Frau sein würde. Kein transsexuelles Eichhörnchen. Es ist völlig egal, was irgendwer glaubt, was im Wörtchen Frau alles an mehr oder weniger häufigen Sonder(!)fällen mitschwingen könnte.

Damit ein Kind geboren wird, braucht es nämlich nichts als den Normalfall, und jeder Sonderfall führt dazu, dass eben kein Kind geboren wird. Es braucht einen Menschen weiblichen Geschlechts und einen Menschen männlichen Geschlechts, Frau und Mann, die (und nur die) miteinander neues Leben hervorbringen. Es ist immer eine Frau, die schwanger wird, keine Frau*. In dem Moment, in dem in einem Text das nicht mehr gesehen wird, wird der Text zum theoretischen Gefasel, das schlicht und ergreifend für die Lebenswirklichkeit und für das, was das Menschsein letztlich ausmacht, vollkommen ohne Relevanz ist. Dieses kleine, unüberlegte Sternchen hinter dem „Frau“ ist mehr als ein Flüchtigkeitsfehler. Es zeigt die große Unüberlegtheit einer Elfenbeinturm-Theorie, die sich von der Lebenswirklichkeit unüberbrückbar weit entfernt hat.

Insofern begrüße ich ja sehr Deine Erkenntnis, dass es mit dem „schwanger werden können“ irgend etwas auf sich haben könnte, dass in feministische Theorien einzuarbeiten wäre. Ich schätze aber, dass, wenn Du dieses Flämmchen gedanklich nährst, diesen Ansatz wirklich mal unvoreingenommen konsequent durchdenkst, Deine ganze feministische Theorie wie ein Kartenhaus zusammenbrechen wird. Bin gespannt, ob Du den Mut dazu hast, oder lieber wieder jene doktrinären Scheuklappen aufsetzt, die zu dem Sternchen hinter der Frau geführt haben.

Advertisements

Hinterlasse einen Kommentar

März 19, 2013 · 6:42 am

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s