Wie man Geld zum Fenster rausschmeißt

ist in Bochum ja hinlänglich bekannt. Eine der Methoden ist es, die „ecce“ des Dieter Gorny zu füttern, der in der der Stadt an allen möglichen und unmöglichen Orten „Kreativquartiere“ aufmachen will. Jetzt hat er wieder eine solche Ecke entdeckt.

Diejenge nämlich, in der sich die altbekannte und geliebte Zeche nebst Prinzregenttheater befindet. Jetzt soll da nämlich irgendwie (siehe Beschlussvorlage der Verwaltung Numero 20130077) ein „Institut für Populäre Musik/Popakademie im Kontext eines urbanen Erlebnisraumes“ hin.

Oh.

Mein.

Gott.

Die Stadt Bochum mietet dafür (so beschlossen im Rat am 17.2.2013) mal eben für 50000 Öcken pro Jahr Flächen an, damit irgendwie Pop-Creative, die Gorny irgendwie auftreiben will, irgendwo in der Zeche Bochum irgendwas mit Pop-Musik irgendwie in Kooperation mit der Folkwang-Hochschule und dem Land NRW und/oder/aber möglicherweise doch nur mit der mir irgendwie dubios erscheinenden Berufsakademie „SAE Institute“ machen sollen. Das in der Hoffnung, dass die Symphoniker bis 2016 ins neue Musikzentrum umziehen (haha) und dann die hunderte hippen Popmusik-Studenten, die es garantiert nach Bochum (statt nach Düsseldorf, Köln, Berlin, Liverpool oder einfach nur an den Musical-Studiengang nach Essen) locken wird, deren alte Räume weiter nutzen können, für die bis 2018 noch Miete gezahlt werden muss (@Dr. Steude: Da tut sich noch ein Millionenloch auf, das Ihr übersehen habt!). Die Folkwang will sich zwar eigentlich auch möglichst zentrumsnah am alten Thürmer-Saal konzentrieren. Aber man kann ja trotzdem mal von der „Nähe des Folkwang Theaterzentrums im Umfeld des ViktoriaQuartiersBochum zur Zeche Bochum“ schwafeln und vom relativ schwer erreichbaren Arsch der Welt an der Prinzregentenstraße als als einem urbanen Erlebnisraum delirieren. Oder von einer „ökonomische[n] Anbindung – zum Beispiel an den Folkwang Partner SAE-Institute im ViktoriaQuartierBochum“. Äh…ViktoriaQuartier? Liebe Stadtfunktionäre, da ist eine Brache (und eine Hochbahn-Trasse). Es gibt kein Viktoria-Quartier, an das etwas anzubinden wäre. Und das SAE Institute, das ist ins Zentralmassiv am Springerplatz gezogen. Der ist von der Zeche etwa eine Stunde Fußmarsch entfernt (vom ÖPNV mal gar nicht zu reden). Und was hat die Nähe zu einer privaten Bildungseinrichtung, die Bologna-sei-Dank nun auch Bachelors verleihen darf, bitte mit dem angeblich doch von der Folkwang-Hochschule betriebenen Institut zu tun?

Oh mein Gott, wie gesagt. Wer einen Text wie diese Beschlussvorlage liest, und irgendwie für diese Stadt verantwortlich handeln soll, der muss doch bitteschön eine ernstzunehmende Entwicklungsperspektive, deren Wahrnehmung und finanzielle Pamperung ich jederzeit begrüßen würde, von hohlem Verkäufergeschwafel und Buzzword-Bingo unterscheiden können. Mehr ist zu der Beschlussvorlage der Verwaltung, die vermutlich von interessierten Kreisen in die Feder diktiert wurde, nämlich nicht zu sagen.

Das Ding ist schon heute so tot wie die Design School Zollverein in Essen. Aber „nach kurzer Diskussion“ hat fast der ganze Rat (die FDP hat sich enthalten, und die SL  dagegen gestimmt), diesen Blödsinn geschluckt.

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