Der Fall des Sascha Hellen

In Bochum gibt es eine neue heiße Kartoffel. Sascha Hellen heißt sie, und die Absetzbewegungen, die sich rund um diesen „Promi-Vermittler“ und sein merkwürdiges Geschäftsmodell gerade abspielen, sind schon spannend. Gelder hat er nicht weitergeleitet. Und sich nicht an Absprachen gehalten. Und überhaupt. Jetzt prüfe man juristische Schritte.

Bullshit. Der Mann hat genau das getan, wofür er engagiert wurde, auch wenn sich’s keiner je laut zu sagen traute: Bekannte Gesichter ranzuschaffen, damit sich die Bochumer Stadtgranden und insbesondere unsere Oberstadtgrandin in deren Licht sonnen konnten. Sascha Hellen, dieser Vitamin-B-Bubi, war genau der richtige Schlawiner, der dieses Bedürfnis gegen Einwurf kleiner Münzen befriedigen konnte. Und alle haben sie mitgespielt und mitgemacht. Die WAZ entblödete sich nicht, die letzten Jahre über diesen hauptberuflichen Kontaktehaber zum Wunder von Bochum hochzuschreiben. Frau Oberbürgermeisterin posierte grinsend mit einer dämlichen Schneekugel in der Hand neben Hellen, voller Vorfreude auf Schnittchen und Promis. Sparkasse und Stadtwerke fanden sich sponsierend auf Fotos hinter hübschen Mädels wieder.

Alle haben sie genau das gewollt und von uns bezahlen lassen, was Hellen gemacht hat: Promis zu kaufen mit Honoraren, spendiertem Galadiner und Medienauflauf, damit die sich in einer Stadt sehen lassen, die sie andernfalls nur vom Drüberfliegen zwischen Berlin und Düsseldorf kennen würden. Damit die Stadt mal mit guten Nachrichten in den Medien ist. Damit man mal den Musikidolen seiner wilden Jugendzeit die Hand schütteln kann. Damit man sich selber auch ein bisschen Glamourveranstaltungen gönnen und sich ganz toll wichtig fühlen kann in Bochum. Damit diese Provinzmäuse, die in dieser Stadt das Sagen haben, mal einen Abend lang glauben durften, sie seien Großstadtlöwen. Finanziert mit dem Geld, das Sparkasse und Stadtwerke den Bürgern dieser Stadt vorher mit ihren Gebühren aus der Tasche gezogen haben.

Jetzt merken die sonst recht merkbefreiten Bochumer Bürger langsam, was für einen Selbstbedienungsladen der feine Herr Hellen da für die Stadtprominenz vorhielt. Und darum muss er jetzt schleunigst über die Klippe geschubst werden, bevor die Leute hier sich daran erinnern, dass Fische üblicherweise vom Kopf her stinken. Wie schön, dass man der Öffentlichkeit einen Schuldigen präsentieren kann. Der pöse Hellen, hat sie alle hintergangen. Unsere bodenständige Bochumer Haute-Volé, lauter ehrliche Malocherhäute mit Handschlagqualität.

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