Zum Abkühlen

haben sich die Mädels von Femen wohl nicht letzten Samstag mit oben nix (so eine Formulierung geht nur hier im Pott, ich finde sie großartig) vor ein Kölner Bordell gestellt. Neien, es ging den Blankbebrüsteten natürlich um Protest gegen Ausbeutung und den weiblichen Körper als Ware. Und da die Damen wissen, dass ein Leserbrief an die Apothekenrundschau diesbezüglich wenig Aufmerksamkeit erregen dürfte, greifen sie zu einem Mittel, das ihnen mediale Aufmerksamkeit zu Hauf zu teil werden lässt: Sie ziehen in aller Öffentlichkeit blank. Sex sells, bekanntermaßen. Mit anderen Worten: Um an die möglichst weitreichende Erwähnung in Massenmedien, also die an die Leitwährung unserer modernen Aufmerksamkeitsgesellschaft zu kommen, greifen die Mädels zum weiblichsten aller Mittel und setzen ihren Körper ein. Sie hätten auch in einem Club strippen und das Geld für eine Medienkampagne ausgeben können (nur hätten dann der Clubbesitzer und die Werbeagenturmädels ihren Anteil abhaben wollen, insofern ist das Aussortieren dieser unproduktiven Glieder der Wertschöpfungskette nur logisch). Die Quintessenz ist die gleiche: Der weibliche Körper als Ware. Wie man gegen das Verkaufen weiblicher Körper protestiert, in dem man seinen weiblichen Körper verkauft, erschließt sich vermutlich nur weiblicher Aktivistinnenlogik. Mir nicht.

Naja, in zwanzig Jahren werden sie die Fotos voll Stolz rumzeigen und sagen: „Es war für einen guten Zweck“. Ehrlicher wäre allerdings vermutlich: „Ich war jung, und brauchte die Aufmerksamkeit“.

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